100 Jahre Mozartfest Würzburg 2021

2021 feiert Deutschlands ältestes Mozartfest sein 100. Jubiläum. Die Jubiläumssaison findet unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder vom 28. Mai bis 27. Juni statt. 100 Jahre Mozartfest werden in einem facettenreichen Programm mit seinen Wegmarken und Wendepunkten gefeiert und mit Impulsen der Gegenwart konfrontiert.

Mozart wird aus verschiedenen Perspektiven und in vielgestaltigen Veranstaltungsformaten auf seine Wirkungsgeschichte befragt. Wie in den Anfängen des Mozartfestes soll die Vielstimmigkeit der Künste ihre Wirkung entfalten: Bildende Kunst, Architektur, Musik, Literatur.
Das Team des Mozartfestes unternimmt mit dem Rückhalt der Stadt Würzburg nach wie vor alles, damit die Jubiläumssaison so vollständig wie möglich stattfinden kann. Durch den Kulturlockdown der vergangenen Monate und wegen weiterer punktueller Einschränkungen können jedoch nicht alle Konzerte in der geplanten Form umgesetzt werden. Im Moment dürfen die Konzertsäle nur mit maximal 25 – 30% der normalen Besucherkapazität besetzt werden. Das Mozartfest lebt auch von den internationalen KünstlerInnen, die aus aller Welt nach Würzburg kommen und ist mit den Orchestern und EinzelkünstlerInnen im permanenten Austausch. Auch hier sind noch nicht alle Fragen beantwortet hinsichtlich Einreiseerlaubnisse, Quarantänebestimmungen, Testungen usw., was Auswirkungen auf Besetzungen oder Programme der Konzerte haben könnte.

Alle Informationen/Änderungen zu den Veranstaltungen: www.mozartfest.de/kalender-tickets
Alle Informationen zu den Covid-19 Bestimmungen: www.mozartfest.de/ueber-uns/aktuelles

 

28. Mai 2021 – Eröffnung Mozartfest Würzburg

Auftaktkonzert: Camerata Salzburg, Renaud Capuçon, Gérard Caussé, Jörg Widmann

Als Ehrengäste werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder anwesend sein.

»In der Jubiläumssaison stecken drei Jahre intensivster Arbeit. Die Programmzusammen-stellung ist nur ein Aspekt dabei. Dazu kommt ein umfangreiches, hochkomplexes Management, was durch die weitgreifenden Corona-Verordnungen dem Team des Mozartfestes alle Kraft abverlangt hat. Wobei ich ganz deutlich sagen möchte, dass die Stadt Würzburg uns in jeder Hinsicht unterstützt. Fakt ist, dass wir alles tun, damit so viel Musik wie möglich für unser Publikum stattfinden kann und die KünstlerInnen wieder auftreten können. Wie 2020 wird es auch 2021 ein Mozartfest geben. Damit, wie Hermann Hesse mit Blick auf Mozart sagt, ›die Welt einen Sinn hat.‹« Intendantin Evelyn Meining

Nach Jahren der Planung und intensiver Vorbereitung in den letzten Monaten und Wochen wird im Kaisersaal der Würzburger Residenz am 28. Mai das Mozartfest Würzburg 2021 mit einem Konzert der Camerata Salzburg unter der Leitung von Jörg Widmann eröffnet. Renaud Capuçon und Gérard Caussé werden Mozarts Sinfonia concertante KV 364 spielen. Das Besondere: Es handelt sich bei den Instrumenten um zwei Zeitzeugen aus dem 18. Jahrhundert, eine Violine und eine Viola aus Mozarts Privatbesitz. Die Internationale Stiftung Mozarteum stellt diese beiden Instrumente für den besonderen Anlass zur Verfügung. Mit Renaud Capuçon, Gérard Caussé und Jörg Widmann sind drei Interpreten zu Gast, die den jüngeren Klang des Mozartfestes mitgeprägt haben. Zum Auftakt der Hundertjahrfeier steht außerdem der Gründer des Mozartfestes, Hermann Zilcher, mit einer Mozartinterpretation auf dem Programm: 1921 hat er den Grundstein für das Fest gelegt und in Würzburg einen Ort lebendiger Mozartpflege geschaffen.

 

 

Salzburg, Berlin und München gratulieren im Kaisersaal der Würzburger Residenz

Bis zuletzt hieß es zittern, ob ein über drei Jahre ausgetüfteltes Jubiläumsprogramm an diesem Abend den angemessenen Auftakt erhalten würde. Auf der einen Seite Tatendrang, Kreativität und künstlerischer Perfektionismus – vertreten durch Intendantin Evelyn Meining und ihr Festival-Team, auf der anderen Seite eine einschüchternde Pandemie, die insbesondere wenig Rücksicht nimmt auf die besonderen Momente, die den 28. Mai 2021 zu einem Festtag machen sollten: Darauf, dass sich Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier zum Auftakt angekündigt hat. Darauf, dass eine Violine und eine Viola aus Mozarts Privatbesitz und somit echte Zeitzeugen erklingen sollten. Darauf, dass mit der Camerata Salzburg unter der Leitung von Jörg Widmann ein Ensemble aus Mozarts Geburtsstadt den diesjährigen Konzertreigen eröffnen sollte. Darauf, dass eine Mozart-Bearbeitung des Festivalgründers Hermann Zilcher auf dem Programm stand.

Diese Aufzählung ließe sich wohl noch lange fortsetzen, insbesondere mit Blick auf alle Events (nicht nur Konzerte) die noch bis zum 27. Juni über die Bühne gehen werden. An vielen Spielstätten in Würzburg und in der Region, im Zeichen von „Amadeus“, aber nicht nur. Alle Events, ein reichbebilderter Rückblick bis ins Jahr 1921 und „100 für 100“ außergewöhnliche Formate der Huldigung finden sich unter www.mozartfest.de. Es ist in Würzburg nahezu ausgeschlossen, von diesem Jubiläum nicht auf die eine oder andere Weise abgeholt zu werden.

Hoher Besuch zum runden Geburtstag des Mozartfests: Staatsminister Bernd Sibler und Gattin Michaela, Intendantin Evelyn Meining und ihr Mann Prof. Dr. Stephan Mösch, Elke Bündenbender und Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier und Oberbürgermeister Christian Schuchardt (von links) beim Gruppenbild im Treppenhaus der Würzburger Residenz kurz vor Konzertbeginn.
Foto: Dita Vollmond

Bundespräsident Steinmeier gab vor dem Konzert seine Antwort auf die Frage: „Wie viel Mozart braucht der Mensch?“. Diese Frage bildet im Rahmen des Festivals eine eigene Vortragsreihe: „Es ist, wie ich finde, sehr richtig und angemessen, dass gerade an diesem runden, hundertsten Geburtstag des Mozartfestes, nicht nur seine Musik gespielt und mit anderen, auch mit gegenwärtigen Kompositionen konfrontiert wird. Sondern dass man sich auch die Frage stellt, wie denn die Klassiker vor ihrem schlimmsten Feind bewahrt werden können: einer unantastbaren Musealität.“ Steinmeier unterzog das Werk Mozarts der „Weglassprobe“ und kam angesichts eines in nur 36 Jahren Lebenszeit geschaffenen musikalischen Kosmos mit kleinen Stücken wie dem „Rondo Alla Turca“ bis zu den späten Symphonien oder dem Requiem zum klaren Schluss: „Ohne Mozart und seiner Musik würde unserem Selbstverständnis, unserem Weltverständnis und den Möglichkeiten, dafür einen Ausdruck zu finden, etwas Unersetzliches fehlen.“ Mozart brauche man auch in schwierigen Zeiten – das Gründungsjahr des Festivals 1921 war ein solches, beispielsweise durch eine hohe Inflation und der damit verbundenen Unsicherheit. Und auch heute könne uns Mozart auf der Suche danach begleiten, was im Vergangenen an neuen, unentdeckten Möglichkeiten steckt: „Eine Suche nach Trost, das gewiss, aber auch eine Suche nach Aufregung, nach Anregung, nach Inspiration für neue Wege.“

Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, vertrat den Schirmherrn des Festivals Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Auch er sah im 100. Eröffnungsabend ein ganz besonderes Aufbruchssignal: „Das Stichwort Neustart begleitet uns im Moment alle.“ Die Vergleiche mit dem Jahr 1921, als das Festival startete und dem Neustart 1951, nur wenige Jahre nach der fast vollständigen Zerstörung der Stadt, würden sich laut Sibler vielleicht verbieten, aber man habe sie an einem solchen Freudentag nach den vielen Corona-Entbehrungen im Hinterkopf: „Dass sie nach dem großartigen Auftakt heute in die Stadt hinausgehen und den Menschen diese wunderbare Musik erlebbar machen, ist ein großartiges, ein demokratisches Element“, lobte der Minister die Festivalphilosophie und beschrieb den Beitrag des Freistaats, um Kultur wieder mit Leben zu füllen. 370 Millionen Euro wurden bislang in den bayerischen Rettungsschirm für Kultur gesteckt. Im Sommer 2021 setzt man insbesondere auf Freilichtformate und ein neues Stipendien-Programm für den künstlerischen Nachwuchs.

Oberbürgermeister Schuchardt würdigte den Kraftakt, den die Feier eines so bedeutsamen Jubiläums in Pandemiezeiten für das Team um Intendantin Evelyn Meining und Geschäftsführerin Katharina Strein bedeutete. Manchmal sei es entscheidend, mit Taten ein Bekenntnis zur Kunst und Kultur abzulegen und nicht nur mit Worten. So wie es auch Oberbürgermeister Franz Stadelmayer 1951 nach dem Krieg getan hatte und somit das nach den Salzburger Vorbild zweitälteste Mozartfest der Welt hier kein frühzeitiges Ende fand. Dieses Handeln braucht es noch heute: „Ich bin froh und stolz, in Würzburg und Unterfranken sowohl auf politischer, als auch unternehmerischer Seite verlässliche Mitstreiter zu wissen, die es nicht bei einem allgemeinen Bekenntnis belassen, sondern allesamt an der konkreten Umsetzung mitarbeiten.“ Auch der Freistaat und der Bund unterstützen das Festival laut Schuchardt „großzügigst“ und der Besuch des Bundespräsidenten sei nun eine ganz besondere Ehre und Würdigung zum runden Geburtstag.

Die Zahl der Festgäste in der Residenz musste – den Corona-Abständen geschuldet – stark reduziert werden, doch das Konzertprogramm ließ sich durch Live-Übertragungen im Fernsehen und per Video-Livestream des Bayerischen Rundfunks auch zu Hause genießen. Mozarts Fantasie für eine Orgelwalze f-Moll KV 608 (eben in der Bearbeitung von Hermann Zilcher), Mozarts Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur KV 364 (320d) mit den beiden Solisten Renaud Capuçon und Gérard Caussé, Widmanns „Con brio“ und schließlich die „Jupitersinfonie“ (KV 551) fanden sich im Programmheft, das einmal einen besonderen Sammlerwert haben wird.

Christian Schuchardt verabschiedete den Bundespräsidenten mit einem besonderen Souvenir, ein Faksimile eines in Würzburg sehr berühmten Briefs von unterwegs: Ganz am Anfang des Festivals steht ein auf der Durchreise getrunkener Kaffee Mozarts in Würzburg und der knappe Bericht darüber in einem Schreiben an seine Frau Constanze aus „einer schönen, prächtigen Stadt“. Mehr Würzburg-Bezug brauchte es nicht um 131 Jahre später den Grundstein für ein Festival zu legen, dass auch 2021 alles dafür tat, „damit so viel Musik wie möglich für unser Publikum stattfinden kann und die KünstlerInnen wieder auftreten können. Damit wie Hermann Hesse mit Blick auf Mozart sagt, die Welt einen Sinn hat.“ (Intendantin Evelyn Meining)

 

 

Stadt Würzburg verlängert Vertrag mit Intendantin Evelyn Meining bis 2029

Nach der Vertragsunterzeichnung v.re. Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Evelyn Meining, Intendantin des Mozartfestes, und Kulturreferent Achim Könneke.
Foto: Claudia Lother

Mit Verve leitet Intendantin Evelyn Meining das Mozartfest. In diesem Jahr führt sie es trotz Pandemie zu seinem 100. Jubiläum unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten. Evelyn Meining hat das Mozartfest seit Beginn ihrer Tätigkeit im Jahr 2013 in der deutschen Festivallandschaft neu positioniert und zielstrebig künstlerisch, inhaltlich, strukturell und personell weiterentwickelt. Aus diesem Grund war es Wunsch der Stadt Würzburg, den Vertrag mit Evelyn Meining zu verlängern. Ihr neuer Vertrag schließt sich nahtlos an den laufenden an und umfasst den Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis 31. Juli 2029.

„Das älteste Mozartfest Deutschlands, unser Mozartfest, wurde unter der Intendanz von Evelyn Meining zu einem führenden Kulturereignis in Bayern“, bringt Oberbürgermeister Christian Schuchardt seine Wertschätzung zum Ausdruck. „Evelyn Meining sitzt in keinem Elfenbeinturm, obwohl sie über umfangreiche Fachexpertise verfügt. Sie schafft vielmehr den Spagat zwischen intellektuellem Diskurs und einfach zugänglichen Formaten wie beispielsweise den Konzerten mit dem Blauen Eumel, zwischen hohem künstlerischem Anspruch und barrierefreiem Zugang für alle Menschen, zwischen Residenz und Fußgängerzone. Dank Evelyn Meining erreicht das Mozartfest Jung und Alt, Fachleute wie Musiklaien. Die Stadt Würzburg hat es Evelyn Meining zu verdanken, dass das Musikfestival zu einem Leuchtturm von Stadt und Region mit internationaler Ausstrahlung wurde und dabei auch große Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit erfährt.“

Evelyn Meining setzt völlig neue Akzente. Sie bereicherte das Mozartfest seit Beginn ihrer Intendanz mit zahlreichen neuen Formaten wie dem MozartLabor, der Jupiternacht, Bruckner am Dom, der Gesprächsreihe „Allzeit“, der Hof-Gala, der Lounge Amadé. Meining entwickelte das Mozartfest dynamisch weiter und verankerte es in der Stadtgesellschaft. Jedes Festival steht unter einem anspruchsvollen Thema, über das Fragestellungen der Gegenwart aufgegriffen und in künstlerischer Weise diskutiert und reflektiert werden.

„Evelyn Meining gelingt es aufgrund ihrer Persönlichkeit, ihrer Kompetenz und ihrer hervorragenden Vernetzung, herausragende Stars der Alten Musik ebenso nach Würzburg zu locken wie jährlich wechselnde Artistes étoiles und zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten, die das Mozartfest deutlich in der Gegenwart verankern“, bestätigt Kulturreferent Achim Könneke.

Unter der Ägide Meinings wurde das Mozartfest durch das Bayerische Kultusministerium als „herausragender Botschafter Bayerns in der gesamtdeutschen Musiklandschaft“ gewürdigt. Während das Mozartfest bis 2013 vom Freistaat finanziell gar nicht gefördert wurde, konnte die Förderung seit 2014 (50.000 Euro) schrittweise auf heute 800.000 Euro für das Jubiläumsprogramm 2021 gesteigert werden. Zum Jubiläum konnte für 2021 erstmalig auch erfolgreich eine Bundesförderung von 300.000 Euro eingeworben werden. „Nicht zuletzt hierdurch und durch die Teilnahme des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am Eröffnungskonzert der Hundertjahrfeier wird die nationale Relevanz des Mozartfestes aufs Schönste bestätigt“, freut sich auch Kulturreferent Könneke.

Evelyn Meining freut sich auf die nächsten Jahre, um das Mozartfest bis 2029 weiterzuentwickeln. Sie betont: „Dass wir trotz der Corona-Pandemie 2020 so viel erreicht haben und auch jetzt, im Jubiläumsjahr des Mozartfestes, für die Menschen da sein werden, verdanken wir der Stadt, dem Team und der gewachsenen Zusammenarbeit mit unseren Medienpartnern“, stellt sie fest. „Das große Vertrauensverhältnis und die positive Erfahrung der letzten beiden Jahre haben mich darin bestärkt, das Mozartfest weiter in die Zukunft zu führen. Kontinuität ist in diesen unruhigen Zeiten in der Kultur wichtiger denn je.“ Evelyn Meining wird weiterhin ihr Augenmerk darauf legen, dass die Musik die Menschen erreicht: „An Mozart fasziniert seine Gegenwart, dass seine Musik immer wieder neu zu uns spricht. Auf die bedeutende Tradition des Mozartfestes bauend geht es darum, erlebbar zu machen, wie ungebrochen aufregend und aktuell seine Musik ist.“

Evelyn Meining war von 1999 bis 2013 Programmdirektorin und Prokuristin beim Rheingau Musik Festival, zusätzlich von 2008 bis 2012 verantwortlich für die Pro Arte Konzerte an der Alten Oper Frankfurt. Von 1994 bis 1999 war die studierte Sängerin und Kulturmanagerin Orchester- und Konzertmanagerin am Staatstheater Darmstadt. Evelyn Meining lehrt im Bereich Kulturmanagement an den Musikhochschulen Mannheim und Karlsruhe, wo sie auch stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrates ist. Seit 1. Juli 2013 ist sie Intendantin des Mozartfestes Würzburg.

 

Quelle: Stadt Würzburg – Mozartfest

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