Astronomische und andere Begriffe

In der nachfolgenden Tabelle haben wir astronomische und andere Begriffe zusammengestellt, die in unseren Beiträgen vorkommen und deren Erklärung für den einen oder anderen Leser nützlich sein kann. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

BegriffeErklärungen

Aphel

Das Aphel ist der sonnenfernste Punkt einer Planetenbahn.

Albedo

Albedo ist Maß für das Rückstrahlvermögen (Reflexionsstrahlung) von diffus reflektierenden, nicht selbst leuchtenden Oberflächen (z.B. die des Erdmondes).

Asterismus

Als Asterismus bezeichnet man in der Astronomie eine spezielle Konstellation von Sternen, die am Himmel ein bestimmtes auffälliges Bild ergeben. Asterismen tragen den Namen eines Gegenstandes oder einer Figur. Ein Asterismus ist selbst kein Sternbild, sondern wird heute als Teil eines oder mehrerer der IAU-Sternbilder gesehen. Bekannte Beispiele für Asterismen sind der Große Wagen, ein Teil des Sternbildes Großer Bär (Ursa Major), das Sommerdreieck oder das Wintersechseck.

Asteroiden

Als Asteroiden, Kleinplaneten oder Planetoiden werden kleine Objekte bezeichnet, die sich auf keplerschen Umlaufbahnen um die Sonne bewegen, größer als Meteoroiden, aber kleiner als Zwergplaneten sind und im Gegensatz zu Kometen in Sonnennähe nicht ausgasen.


Große Asteroiden im Asteroidengürtel sind die Objekte Pallas, Juno, Vesta, Astraea, Hebe, Iris, Hygiea und Eunomia.

Astrofotografie

Die Astrofotografie umfasst Methoden der Fotografie, mit denen Sterne und andere Himmelskörper im sichtbaren Licht abgebildet und dauerhaft auf verschiedenen Medien (fotografisch oder elektronisch) gespeichert werden. Mit ihrer Hilfe kann man auch Objekte darstellen, die für die visuelle Beobachtung zu lichtschwach sind. Fotografische Emulsionen (Filme, Platten) oder elektro-optische Bildsensoren haben im Gegensatz zum Auge die Eigenschaft, die Wirkung des Lichts während langer Belichtungszeiten sammeln zu können. Dieser Vorteil kommt insbesondere bei geringer Flächenhelligkeit zum Tragen. Grundsätzlich müssen die Aufnahmen am Himmel der täglichen Drehung des Sternhimmels nachgeführt werden, um eine punktförmige Abbildung der Himmelskörper zu erreichen. Eine Ausnahme davon sind die sogenannten Strichspuraufnahmen.

Astronomie

Die Astronomie ist die Wissenschaft von den Gestirnen. Sie untersucht mit naturwissenschaftlichen Mitteln die Eigenschaften der Objekte im Universum, also Himmelskörper (Planeten, Monde, Asteroiden, Sterne einschließlich der Sonne, Sternenhaufen, Galaxien und Galaxienhaufen), der interstellaren Materie und der im Weltall auftretenden Strahlung. Darüber hinaus strebt sie nach einem Verständnis des Universums als Ganzes, seiner Entstehung und seinem Aufbau. Obwohl sie nur an wenigen Schulen Unterrichtsfach ist, finden die Astronomie und ihre Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit viel Interesse.

Bedeckung

Mit Bedeckung (Okkultation) bezeichnet man das Vorbeiziehen eines größeren Himmelskörpers vor einem kleineren.

Die Okkultation ist ein Sonderfall einer Konjunktion. Mit "größer" und "kleiner" ist hier nicht die tatsächliche, sondern die scheinbare Größe gemeint. Im umgekehrten Fall spricht man von einem Durchgang, einer Passage bzw. einem Transit.


Am 08.06.2004 und 06.06.2012 fanden zwei äußerst spannende und zugleich seltene astronomische Ereignisse statt - sogenannte Venustransite. Die Finsternis (Eklipse) ist ein Sonderfall der Okkultation - insbesondere die Sonnenfinsternis, aber auch die Mondfinsternis.

Blitze

Blitze in der Natur sind Funkenentladungen oder kurzzeitige Lichtbögen zwischen Wolken (Wolkenblitze) oder zwischen Wolken und der Erde (Erdblitze). Grundsätzlich tritt ein Blitz während eines Gewitters infolge einer elektrostatischen Aufladung der wolkenbildenden Wassertröpfchen oder der Regentropfen auf.

Breite


In der Fachliteratur findet man Angaben zur größten Nord- und der größten Südbreite des Mondes und der Planeten Merkur, Venus und Mars.


  • Größte Nordbreite: Der Himmelskörper steht am weitesten in nördlicher Richtung von der Ekliptik entfernt.

  • Größte Südbreite: Der Himmelskörper steht am weitesten in südlicher Richtung von der Ekliptik entfernt.


Die Nordbreite oder Südbreite des Mondes ist die Abweichung von der scheinbaren Sonnenbahn (Ekliptik) im Winkelmaß. Die Nordbreite entspricht der positiven ekliptikalen Breite, die Südbreite der negativen ekliptikalen Breite des Mondes. Der Mond hat eine größte Nordbreite von 5°. Er steht dann 5° nördlich der Ekliptik.


Dasselbe gilt für die größte Südbreite. Sie ist die maximale Abweichung von der Ekliptik in südlicher Richtung, angegeben im Winkelmaß und beträgt ebenfalls 5°.

Dämmerung

Im Dämmerungsverlauf lassen sich drei aufeinanderfolgende Phasen unterscheiden: die bürgerliche Dämmerung, bei der Lesen im Freien noch möglich ist, die nautische Dämmerung, bei der Horizont und einige Sterne sichtbar sind und die astronomische Dämmerung, die bis zur maximalen Dunkelheit in die tiefe Nacht reicht. Während der bürgerlichen und nautischen Dämmerung kann es zu einer rötlichen Färbung des Morgen- (Morgenrot) und Abendhimmels (Abendrot) kommen.

Ekliptik

Die Ekliptik ist die scheinbare Bahn der Sonne im Lauf eines Jahres vor dem Fixsternhintergrund. Sie bildet in geozentrischer Projektion auf der Himmelskugel einen imaginären Großkreis.

Elongation


Eine Elongation von 90º nennt man Quadratur, eine von 0º Konjunktion und eine von 180º Opposition.

Die Elongation bezeichnet den von einem Beobachter aus gesehenen Winkelabstand zweier Himmelsobjekte. Im Allgemeinen steht der Beobachter auf der Erde und die Elongation beschreibt den beobachteten (scheinbaren) Abstand eines Planeten von der Sonne. Die Elongation wird westlich bzw. östlich der Sonne jeweils von 0° bis 180° gemessen. Westliche Elongation bedeutet, das Objekt geht vor der Sonne auf und kann am Morgenhimmel gesehen werden; bei östlicher Elongation geht es nach der Sonne unter und kann am Abendhimmel beobachtet werden.


Bei den beiden inneren Planeten Merkur und Venus gibt es eine maximale Elongation westlich oder östlich. Der größte Wert, der bei einem Umlauf erreicht wird, heißt größtmögliche Elongation. Beste Gelegenheit, um beispielsweise den Merkur beobachten zu können.

Erdnähe und Erdferne

Die Erdnähe eines Himmelskörpers ist der Zeitpunkt und die zugehörige Position dieses Körpers bezüglich der Erde:



  • Die Erdnähe (das Perigäum), zu der er auf seiner Bahn der Erde am nächsten kommt.

  • Die Erdferne (das Apogäum) bezeichnet den größten Abstand.


Die Perigäumsdistanz ist die Distanz des Körpers zur Erde im Perigäum; die Apogäumsdistanz die Entfernung im Apogäum. Dies ist allgemein üblich die Distanz vom Mittelpunkt des Körpers zum Erdmittelpunkt, nicht etwa zur Erdoberfläche.

Finsternisse


Über Sonnen- und Mondfinsternisse berichten wir in erster Linie, wenn sie im deutschsprachigen Raum zumindest teilweise zu sehen sind.


  • Unter einer Sonnenfinsternis (engl. sun eclipse) versteht man ein astronomisches Ereignis, das eintritt, wenn die Sonne durch den Mond ganz (totale Sofi) oder teilweise (partielle oder ringförmige Sofi) verdeckt wird. Der Schatten des Mondes trifft dabei auf die Erdoberfläche, das heißt, unser Erdtrabant steht genau zwischen Erde und Sonne. Dieses seltene Schauspiel gibt es nur bei Neumond, aber eben nicht bei jedem. Die Sonnenfinsternis gilt als ein Sonderfall der Okkultation.

  • Bei einer Mondfinsternis (engl. lunar eclipse) läuft der Mond durch den von der Erde geworfenen Schatten und wird deshalb nicht mehr oder nur noch teilweise von der Sonne voll beleuchtet. Dieses astronomische Ereignis tritt nur bei Vollmond ein und auch nur dann, wenn der Mond sich in der Nähe eines Mondknotens befindet, was ungefähr bei jedem sechsten Vollmond der Fall ist. In der Astronomie werden nicht nur solche Ereignisse als Mondfinsternisse bezeichnet, bei denen der Mond vom Kernschatten der Erde teilweise oder ganz bedeckt wird, sondern auch die eher unauffälligen Ereignisse, bei denen der Halbschatten durchlaufen wird. Das Eintreten eines Monds (nicht nur Erdmond) in den Schatten eines Planeten wird Immersion genannt.

Goldener Henkel

Der Goldene Henkel erscheint, wenn die Sonne knapp zehn Tage nach Neumond über der Regenbogenbucht (Sinus Iridum) aufgeht. Dabei leuchten die Berggipfel des Jura-Gebirges in der Form eines Henkels am Terminator auf. Der Gebirgsstock und der Beckenboden der Regenbogenbucht liegen zu der Zeit noch im Dunkel der Mondnacht.

Halos

Halos entstehen durch Lichtbrechung und Spiegelung an hexagonalen Eiskristallen.

Höfe und Kränze

Die Erscheinung der irisierenden Wolken ist eng mit den Kränzen und Höfen (Aureolen) verwandt, die man am einfachsten um den Mond herum beobachten kann. Sie werden ebenfalls durch Lichtbeugung an Wassertröpfchen hervorgerufen.

Internationale Raumstation ISS

Die Internationale Raumstation ISS (engl. International Space Station oder kurz ISS) ist jeweils periodisch zu bestimmten Zeiten im Jahr von Mitteleuropa aus am Himmel zu sehen. Dabei kann sie eine beachtliche scheinbare Helligkeit von bis zu -4,0 mag erreichen.

Iridium Flares

Als Iridium Flare wird eine helle Leuchterscheinung am Himmel bezeichnet, die durch Reflexion von Sonnenlicht an einem Iridium-Satelliten entsteht und ca. 5 bis 20 Sekunden andauern kann. Es handelt sich um die hellste Leuchterscheinung, die künstliche Himmelskörper am Nachthimmel verursachen.

Irisierende Wolken

Die Erscheinung tritt vor allem an den Rändern von sich optisch in der Nähe der Sonne befindenden Wolken auf. Sie entsteht durch die Beugung der Lichtstrahlen an Wassertröpfchen oder Eiskristallen.

Jupiter

Jupiter ist der fünfte Planet von der Sonne aus. Er ist nicht nur der schwerste, sondern mit einem Durchmesser von 142.984 km (äquatorial) auch der größte Planet unseres Sonnensystems. Nach Sonne, Mond und Venus ist er das vierthellste Objekt am Himmel. Jupiter zählt zu den Gasplaneten (Gasriesen). Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er 11 Jahre, 315 Tage und 3 Stunden. Jupiter hat ein sehr schwach ausgeprägtes Ringsystem, das schon seit der Pioneer-11-Mission 1974 vermutet wurde und 1979 von Voyager 1 erstmals fotografiert werden konnte. Außer den hellen und dunklen äquatorparallelen Wolkenbändern fällt an Jupiter vor allem der Große Rote Fleck auf (GRF). Der GRF ist ein riesiger ovaler Antizyklon. Der GRF wurde im Jahr 1664 erstmals von dem englischen Naturforscher Robert Hooke beschrieben. Aufgrund seiner Größe ist der GRF bereits in Amateurteleskopen sichtbar.


Jupiter besitzt 79 bekannte Monde. Sie können in mehrere Gruppen unterteilt werden. Die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto wurden im Jahr 1610 unabhängig voneinander durch Galileo Galilei und Simon Marius entdeckt. Neben den Galileischen Monden gibt es vier weitere Monde auf planetennahen und nur wenig geneigten Bahnen: Metis, Adrastea, Amalthea und Thebe. Ihre Durchmesser (20 bis 131 km) sind wesentlich kleiner als die der Galileischen Monde. Die restlichen Monde sind kleine bis kleinste Objekte und tragen teilweise noch Zahlencodes, bis sie von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) einen Namen zugewiesen bekommen.

Knoten

Knoten nennt man die Schnittpunkte der Bahn eines astronomischen Objektes mit einer Bezugsebene (im Sonnensystem meist die Ekliptikebene). Der Punkt, an dem die Bahn die Bezugsebene von Norden nach Süden durchstößt, heißt absteigender Knoten. Der Punkt, an dem die Bahn die Bezugsebene von Süden nach Norden durchstößt, heißt aufsteigender Knoten. Norden bezeichnet dabei die Nordrichtung der Erdachse. Steht die Bezugsebene in keinem Zusammenhang mit der Ekliptik, wird eine entsprechend andere Definition für Auf- und Abstieg gewählt. Die Verbindungsgerade der beiden Knoten ist die Knotenlinie.


Der Zeitraum zwischen zwei Durchgängen eines Himmelskörpers durch denselben Knoten ist die Drakonitische Periode.


Fällt der Knoten mit einer Konjunktion zusammen, führt das zu einer Bedeckung, also einem Transit oder einer Okkultation:



  • Steht der Neumond in der Nähe eines Mondknotens, kommt es zur Sonnenfinsternis, steht der Vollmond in der Nähe eines Knotens, zur Mondfinsternis.

  • Stehen Merkur und Venus während der unteren Konjunktion in der Nähe ihres Bahnknoten, kommt es zu einem Merkur- bzw. einem Venusdurchgang.

Kometen

Ein Komet oder auch Schweifstern genannt, ist ein kleiner Himmelskörper von einigen Kilometern Durchmesser. Nähert er sich auf seiner Bahn der Sonne, entsteht eine durch Ausgasen erzeugte Koma. Meistens entwickelt er dabei auch einen leuchtenden Schweif.

Konjunktion

Der Planet steht mit Erde und Sonne auf einer Linie. Die beiden Planeten Merkur und Venus können zwischen Erde und Sonne stehen (untere Konjunktion) oder aber auch hinter der Sonne (obere Konjunktion). Von der Beobachtung her ist das für beide die denkbar ungünstigste Stellung. Planeten, die weiter von der Sonne entfernt sind, als die Erde, können nur in oberer Konjunktion stehen.

Konstellationen

Konstellation nennt man in der visuellen Astronomie und in der astronomischen Phänomenologie die scheinbare Stellung der Himmelskörper zueinander in Bezug zum Standort des Beobachters auf der Erde. Wie lange wird es wohl her sein, dass Sie sich das letzte Mal mit Blick in Richtung Sternenhimmel gewandt haben? So schön auch eine laue Mondnacht sein mag, zur Beobachtung des Firmaments ist der Mond aber eher störend. Auch die Milchstraße wirkt erst so richtig während einer mondlosen Nacht.

Libration

In der Astronomie bezeichnet Libration eine echte oder scheinbare Taumelbewegung eines Mondes von seinem Zentralkörper aus gesehen. Fast alle größeren Monde des Sonnensystems befinden sich in einer gebundenen Rotation um ihren Zentralplaneten, das heißt, sie drehen sich während eines Umlaufs um den Planeten auch ein Mal um die eigene Achse. Deshalb wenden diese Monde ihrem Planeten im Prinzip immer dieselbe Seite zu. Da die Monde allerdings nicht auf exakten Kreisbahnen mit konstanter Winkelgeschwindigkeit ihre Planeten umkreisen, während die Eigenrotation eine konstante Winkelgeschwindigkeit aufweist, und da sich ein Beobachter auf dem Planeten nicht exakt auf der Verbindungslinie der Massenzentren befinden muss, sieht der Beobachter im Laufe eines Monats nicht immer exakt dieselbe Seite des Mondes. Durch die verschiedenen Effekte, die zu dieser Taumelbewegung führen, sind beispielsweise von der Erdoberfläche aus im Laufe der Zeit nicht 50, sondern insgesamt 59 Prozent der Mondoberfläche zu sehen.

Lichtsäulen

Die Lichtsäule ist ein Lichteffekt in der Atmosphäre. Sie gehört zu den Haloerscheinungen. Ausgehend von der Sonne erstreckt sich ein linear ausgedehnter schmaler Lichtstreifen senkrecht nach oben.

Mainfranken

Geografisch gesehen stellt die Region Mainfranken mit ihren beiden Oberzentren Würzburg und Schweinfurt den östlichen Teil des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken dar. Der Spessart grenzt die Region Mainfranken historisch bedingt von der zweiten unterfränkischen Teilregion, dem Bayerischen Untermain, ab.

Mars

Mars ist der vierte Planet von der Sonne aus und der siebtgrößte in unserem Sonnensystem. Bekannt ist er vor allem wegen seiner roten Farbe, weshalb man ihn oft auch den „Roten Planeten“ nennt. Wegen ihr wurde er nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt. Der Name des Monats März leitet sich von Mars ab. Der Mars besitzt mit einem Durchmesser von 6.794 km etwa den halben Durchmesser der Erde, ein Viertel ihrer Oberfläche und ein Zehntel ihrer Masse. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er 1 Jahr, 321 Tage und 18 Stunden. Auf dem Mars befindet sich mit 24 km Höhe der Berg mit der größten bekannten Erhebung in unserem Sonnensystem, der Olympus Mons. Der Mars besitzt zwei auffällige Polkappen, die zum größten Teil aus gefrorenem Kohlendioxid (Trockeneis) sowie einem geringen Anteil an Wassereis zusammengesetzt sind.


Mars besitzt zwei winzige Monde, Phobos und Deimos. Sie wurden 1877 von dem US-amerikanischen Astronomen Asaph Hall entdeckt.

Merkur

Merkur ist der kleinste und sonnennächste Planet unseres Sonnensystems. In unseren Breiten ist er kein gut beobachtbares Objekt. Bei steil verlaufender Ekliptik gegenüber dem Horizont und recht großer Elongation kann er bei guten Sichtverhältnissen nach Sonnenuntergang, bzw. vor Sonnenaufgang mit bloßem Auge beobachtet werden. Zum Aufsuchen empfiehlt sich ein Fernglas.


Merkur hat keinen natürlichen Satelliten.

Merkurtransit


Der nächste Merkurtransit findet am 11.11.2019 statt.

Als Merkurtransit bzw. Merkurdurchgang oder Merkurpassage bezeichnet man den Durchgang des Planeten Merkur vor der Sonne. Dabei wandert Merkur als winziger schwarzer Punkt innerhalb mehrerer Stunden über die Sonnenscheibe. Insgesamt kommt es 13 oder 14-mal pro Jahrhundert zu einem Merkurdurchgang. Wegen der geringen scheinbaren Größe des Planeten ist ein Merkurtransit mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Die letzten Merkurtransite fanden am 08.11.2006 und am 09.05.2016 statt. Der Transit am 08.11.2006 konnte aber bei uns nicht beobachtet werden, da er erst weit nach Sonnenuntergang in die Nacht hinein begann.

Meteore

Als Meteore werden vor allem die Leuchterscheinungen der Sternschnuppen bezeichnet. Bei größerer Helligkeit spricht man von Feuerkugeln oder Boliden.

Mond

Der Mond (Erdmond) ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Mit einem Durchmesser von 3.476 Kilometern ist er der fünftgrößte Mond unseres Sonnensystems. Sein Aussehen variiert im Laufe seines Bahnumlaufs und durchläuft die sogenannten Mondphasen. Die Hauptphasen des Mondes sind Neumond, zunehmender Halbmond (erstes Viertel), Vollmond und abnehmender Halbmond (letztes Viertel). Bereits mit dem bloßen Auge kann man auf seiner Oberfläche Berge und Täler erkennen.

Mondfinsternisse

Bei einer Mondfinsternis (engl. lunar eclipse) läuft der Mond durch den von der Erde geworfenen Schatten und wird deshalb nicht mehr oder nur noch teilweise von der Sonne voll beleuchtet. Dieses astronomische Ereignis tritt nur bei Vollmond ein und auch nur dann, wenn der Mond sich in der Nähe eines Mondknotens befindet, was ungefähr bei jedem sechsten Vollmond der Fall ist. In der Astronomie werden nicht nur solche Ereignisse als Mondfinsternisse bezeichnet, bei denen der Mond vom Kernschatten der Erde teilweise oder ganz bedeckt wird, sondern auch die eher unauffälligen Ereignisse, bei denen der Halbschatten durchlaufen wird. Das Eintreten eines Monds (nicht nur Erdmond) in den Schatten eines Planeten wird Immersion genannt.

Mondphasen

Mondphasen sind wechselnde Lichtgestalten des Mondes. Sie werden hervorgerufen durch die perspektivische Lageänderung seiner Tag-Nacht-Grenze relativ zur Erde während seines Erdumlaufes. Die Hauptphasen des Mondes sind Neumond, zunehmender Halbmond (erstes Viertel), Vollmond und abnehmender Halbmond (letztes Viertel).

Nebel

In der meteorologischen Systematik wird der Nebel zu den Hydrometeoren gezählt. Von Nebel spricht man, wenn die Sichtweite weniger als einen Kilometer beträgt.

Nebensonnen

Nebensonnen gehören zu den häufigsten Haloerscheinungen. Diese Lichtflecke treten in Horizontnähe in einem Abstand von etwa 22° links und rechts der Sonne auf. Sie entstehen durch Reflexion und Brechung von Licht an hexagonalen Eiskristallen. Häufig sind sie Vorboten einer Warmfront und damit einer Wetterverschlechterung.

Neptun

Neptun ist von der Sonne aus gezählt mit einer Entfernung von durchschnittlich 4,5 Milliarden km der achte und äußerste Planet im Sonnensystem. Im Jahr 1846 wurde er aus Bahnstörungen des Uranus entdeckt. Von der Erde aus zeigt Neptun eine Scheibe von 2". Mit einem Durchmesser von fast 50.000 km ist er nach Uranus der viertgrößte Planet des Sonnensystems. Neptun bildet zusammen mit dem Uranus die Untergruppe der „Eisriesen“. Neptun besitzt ein sehr feines azurfarbenes Ringsystem, das aus mehreren ausgeprägten Ringen und den ungewöhnlichen Ringbögen im äußeren Adams-Ring besteht. Die Ringe sind ungewöhnlich dunkel und enthalten einen hohen Anteil an mikroskopischen Staub. Die Ringe wurden in den 1980er Jahren durch ein Team von Edward Guinan entdeckt. Damals vermutete man, dass sie nicht komplett seien. Durch Beobachtungen der Raumsonde Voyager 2 wurde diese Annahme jedoch widerlegt.


Von Neptun sind derzeit 14 Monde bekannt. Der mit Abstand größte unter ihnen ist Triton mit einem Durchmesser von ca. 2.700 km. Er wurde 17 Tage nach der Entdeckung des Neptun von William Lassell entdeckt. Mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops wurde im Juli 2013 ein neuer Neptunmond entdeckt. Der Mond trägt die Bezeichnung S/2004 N1. Die Größe des Neptunmondes wird auf maximal 20 km geschätzt, was ihn zum kleinsten bekannten Mond dieses Planeten macht. Aufgrund seiner geringen Größe und Helligkeit ist er wahrscheinlich auch der Voyager 2 Raumsonde bei ihrem Vorbeiflug an Neptun im Jahr 1989 entgangen. (NASA, HubbleSite), 21.07.2013

Neulicht

Neulicht bezeichnet den Augenblick, wenn man zum ersten Mal nach Neumond die Kontur des zunehmenden Mondes als schmale Sichel über dem westlichen Horizont sehen kann. Die letztmals vor einem Neumond sichtbare abnehmende Mondsichel wird Altlicht genannt.

Opposition

Konstellation, bei der sich zwei Himmelskörper von der Erde aus betrachtet im Winkelabstand (Elongation) von 180° zueinander befinden. Beste Beobachtungsmöglichkeit eines der äußeren Planeten, eines Zwergplaneten oder eines Asteroiden, da der Himmelskörper zur Erde den geringsten Abstand hat und damit die größte Ausdehnung und Helligkeit zeigt. Vorteil: Er ist die ganze Nacht über am Himmel zu sehen und steht um Mitternacht am höchsten über dem Horizont.

Perihel

Das Perihel ist der sonnennächste Punkt einer Planetenbahn.

Planeten

Innerhalb unseres Sonnensystems kennen wir acht Planeten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Ein Himmelskörper wird als Planet bezeichnet, wenn er sich auf einer Bahn um die Sonne befindet und über eine ausreichende Masse verfügt, um durch seine Eigengravitation eine annähernd runde Form zu bilden, und wenn er die Umgebung seiner Bahn bereinigt hat. Diese Definition geht auf einen Beschluss der Internationalen Astronomischen Union (IAU) vom 24. August 2006 zurück, welcher unter anderem dazu führte, dass Pluto seinen vormaligen Status als Planet verlor.


Obwohl Objekte, die einen anderen Stern als die Sonne umlaufen, strenggenommen nicht unter die obige Definition fallen, werden diese manchmal auch als Planeten bezeichnet. Zur Abgrenzung von den Planeten des Sonnensystems werden diese Körper extrasolare Planeten oder Exoplaneten genannt.

Regenbogen

Der Regenbogen ist ein atmosphärisch-optisches Phänomen, das als kreisbogenförmiges farbiges Lichtband in einer von der Sonne beschienenen Regenwand oder -wolke wahrgenommen wird. Kein Betrachter sieht den selben Regenbogen.

Saturn

Saturn ist der sechste Planet von der Sonne aus und nach Jupiter der zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem. Bekannt ist er vor allem wegen seines Ringsystems, das man bereits in kleinen Fernrohren sehen kann. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt der Planet 29 Jahre 166 Tage 22 Stunden 6 Minuten und 33 Sekunden. Sein Äquatordurchmesser beträgt 120.536 km, sein Poldurchmesser 107.812 km. Den Saturn umgibt in seiner Äquatorebene ein auffälliges Ringsystem, das man bereits in einem kleinen Teleskop problemlos sehen kann. Das Ringsystem wurde 1610 von Galileo Galilei entdeckt, der es aber nicht als Ringsystem deutete. Erst Christiaan Huygens beschrieb die Ringe 45 Jahre später korrekt als Ringsystem. Es war Giovanni Domenico Cassini, der als erster vermutete, dass die Ringe aus kleinen Partikeln bestehen. Im Jahr 1675 entdeckte er die nach ihm benannte Cassinische Teilung.


Von den heute 62 bekannten Monden ist Titan der größte mit einem Durchmesser von 5.150 km. Die vier Monde Rhea, Dione, Tethys und Iapetus besitzen immerhin noch Durchmesser zwischen 1.050 km und 1.530 km.

Sonne

Ohne die Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Sie bildet das Zentrum unseres Sonnensystems. Im Vergleich zu anderen Sonnen ist sie nur ein durchschnittlich großer Stern. Sie enthält 99,86 % der gesamten Masse des Sonnensystems. Mit einem Durchmesser von rund 1,4 Millionen Kilometern übertrifft die Sonne den Durchmesser der Erde um das 109-fache und den des innersten Planeten Merkur sogar um das 285-fache.

Sonnenfinsternisse

Unter einer Sonnenfinsternis (engl. sun eclipse) versteht man ein astronomisches Ereignis, das eintritt, wenn die Sonne durch den Mond ganz (totale Sofi) oder teilweise (partielle oder ringförmige Sofi) verdeckt wird. Der Schatten des Mondes trifft dabei auf die Erdoberfläche, das heißt, unser Erdtrabant steht genau zwischen Erde und Sonne. Dieses seltene Schauspiel gibt es nur bei Neumond, aber eben nicht bei jedem. Die Sonnenfinsternis gilt als ein Sonderfall der Okkultation.

Sonnenflecken

Sonnenflecken (engl. sunspots) sind dunkle Bereiche auf der Sonnenoberfläche, in denen das Gas ca. 1.000 bis 1.500 Grad kühler als in der Umgebung ist. Sie erscheinen dadurch dunkler als ihre Umgebung. Sonnenflecken treten unterschiedlich häufig auf und sind der am leichtesten sichtbare Teil der Sonnenaktivität. Nicht selten erreichen die Sonnenflecken mehrfache Erdgröße und können dann auch schon mal mit dem geschützten, bloßen Auge beobachtet werden. Dabei erscheint dann der innere Bereich des Sonnenflecks (Umbra) dunkler als dessen äußerer Bereich (Penumbra).

Sternbilder

Liste der 88 Sternbilder →

Sternschnuppenströme

Neben einzeln auftretenden Meteoren gibt es Meteorströme (auch Meteorschauer oder Sternschnuppenschwarm). Fälschlicherweise werden sie oft auch Meteoritenschauer genannt. Sie sind eine Häufung von Sternschnuppen zu gewissen Jahreszeiten, wobei die Bahnen dieser Kleinkörper im Raum parallel verlaufen. Eine korrektere, aber nicht übliche Bezeichnung wäre Meteoroidenstrom. Wenn wir Meteorströme angeben, dann nur an den Tagen, an denen der Meteorstrom sein Maximum erreicht.

Strichspuraufnahmen

Begriff aus der Astrofotografie. Sie entstehen bei der Fotografie des nächtlichen Himmels mit einer langen Belichtungszeit bei stehender bzw. nicht korrekt mitgeführter Kamera.

Tag-Nacht-Grenze

Die Tag-Nacht-Grenze ist die Grenze zwischen der durch einen Stern, wie beispielsweise die Sonne, angestrahlten Lichtseite und der unbelichteten Schattenseite eines Himmelskörpers, insbesondere eines Planeten oder Mondes. Der Anblick dieser Licht-Schatten-Grenze über das von dem beleuchteten Himmelskörper reflektierte Licht wird in der Astronomie und Meteorologie auch Terminator oder auch Separator genannt.

Uranus

Uranus ist von der Sonne aus mit einer durchschnittlichen Sonnenentfernung von 2,9 Milliarden km der siebte Planet im Sonnensystem und wird zu den äußeren, jupiterähnlichen Planeten gerechnet. Er wurde 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt und ist nach dem griechischen Himmelsgott Uranos benannt. Mit einem Durchmesser von über 51.000 km ist er etwa viermal so groß wie der Durchmesser der Erde. Seine blassgrüne Scheibe ist von der Erde aus betrachtet ca. 3,5" groß und nur in Fernrohren ab 10 cm Öffnung zu erkennen. Aufgrund von Eisvorkommen im Inneren werden Uranus und Neptun auch „Eisriesen“ genannt. Uranus hat wie Jupiter ein sehr feines und dunkles Ringsystem. Das Ringsystem wurde 1977 von James L. Elliot, Edward W. Dunham und Douglas J. Mink entdeckt. Die Ringe wurden 1986 von Voyager 2 aufgenommen, als die Sonde den Planeten passierte.


Es sind 27 Monde des Uranus bekannt. Die beiden ersten Monde wurden 1787 von Wilhelm Herschel entdeckt und von seinem Sohn John Herschel nach Figuren aus Shakespeares Sommernachtstraum Titania und Oberon benannt. Zwei weitere Monde, die William Lassell 1851 entdeckte, wurden Ariel und Umbriel getauft. Gerard Kuiper entdeckte 1948 den Mond Miranda.

Venus

Venus ist der zweite Planet von der Sonne aus und der sechstgrößte im Sonnensystem. Auf ihrer Umlaufbahn kommt sie der Erdbahn am nächsten und hat fast die gleiche Größe wie die Erde. Während der unteren Konjunktion beträgt ihr Abstand nur etwa 40 Millionen Kilometer. Die Venussichtbarkeit unterliegt einem achtjährigen Zyklus, was bedeutet, dass sich eine bestimmte Venuskonstellation nahezu auf den Tag nach acht Jahren unter gleichen Bedingungen wiederholt.


Die Venus hat keinen natürlichen Satelliten.

Venustransit


Der letzte für uns beobachtbare Tansit fand am 06.06.2012 statt. Künftige Generationen werden das Schauspiel erst wieder am 11.12.2117 und dann acht Jahre später, am 08.12.2125 erleben dürfen.

Als Venustransit bzw. Venusdurchgang oder Venuspassage bezeichnet man den Durchgang des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe. Die im Fernrohr eindrucksvolle, manchmal auch mit dem geschützten bloßen Auge sichtbare Erscheinung ist äußerst selten und tritt pro Jahrhundert höchstens zweimal ein, weil die Venus- und Erdbahn gegeneinander um einige Grad geneigt sind. Die letzten Venusdurchgänge waren am 09.12.1874, am 06.12.1882, und am 08.06.2004.

Wasser

Der Klimawandel wird gerade in Nordbayern (hier wohnen wir) die Trinkwasserversorgung erheblich beeinflussen. Klimaprognosen bis zum Jahr 2050 deuten für Nordbayern trockenere Sommer an. So rechnen Experten mit bis zu zehn Prozent weniger Niederschlägen und bis zu doppelt so vielen heißen Tagen über 30 Grad Celsius. Gartenbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischereiwesen in Bayern leisten daher einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu einer intakten Natur und Umwelt.

Wetter

Alle reden vom Wetter. Es beeinflusst uns nicht unerheblich. Viele Menschen sind wetterfühlig – ein Zeichen, dass sich was ändern könnte. Trotz immer genauerer Wettervorhersagen sind wir vor Überraschungen nicht geschützt. Wetter ist zu komplex, um es genau bestimmen zu können. Bei unseren astronomischen Vorhaben hat uns das Wetter oft schon ein Schnäppchen geschlagen, deshalb behalten wir es stets im Auge und machen das Beste draus.

Wolken

Aufgrund der Fülle an Erscheinungsformen, in der Wolken auftreten, könnte man meinen, dass eine Klassifikation wenig Sinn macht. Dem ist aber nicht so, denn es lassen sich weltweit charakteristische Wolkenformen beobachten, bestimmen und zu größeren Gruppen zusammenfassen.

Zirkumzenitalbogen

Der Zirkumzenitalbogen verläuft kreisförmig um den Himmelszenit herum, dabei ist aber maximal nur das der Sonne zugewandte Viertel des Kreises sichtbar. Der Lichteffekt (Haloerscheinung) erinnert an einen auf dem Kopf stehenden Regenbogen. Sein sonnennächster Punkt liegt 48° über der Sonne.

Zwergplaneten


Mit Ceres, Pluto, Haumea, Makemake und Eris gelten derzeit (2016) fünf Himmelskörper als Zwergplaneten.

Zwergplaneten sind eine von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) am 24. August 2006 in Prag definierte Klasse von Himmelskörpern im Sonnensystem, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegen. Wie die Planeten besitzen sie genügend Masse, um das hydrostatische Gleichgewicht zu erreichen (also die Form einer Kugel anzunehmen, vorbehaltlich der Verformung zu einem Rotationsellipsoid durch die Eigenrotation). Im Unterschied zu Planeten haben sie ihre Umlaufbahnen aber nicht von anderen Objekten freigeräumt. Zwergplaneten außerhalb der Umlaufbahn Neptuns bilden die Unterklasse der Plutoiden.