Mainfranken Netze GmbH im Widerspruch zum Klimaschutz?

Mainfranken Netze GmbH im Widerspruch zum Klimaschutz?

Die einen interessieren sich plötzlich für den Klimaschutz, die anderen schert er nicht – oftmals geht es um Profit und Wiederwahl

Im November 2018 haben wir bei der Mainfranken Netze GmbH eine Anfrage zur Netzversorgung mit Erdgas in unserem Wohnort gestellt, in dem es seit 1996 Erdgas auch für die privaten Haushalte gibt. Im April 2019 haben wir eine Absage erhalten. Ein Erdgasanschluss zu unserem Anwesen lohnt sich für die Mainfranken Netze GmbH nicht, obwohl der nächste Gasschieber nur 30 Meter von unserer Grundstücksgrenze entfernt in der gleichen Straße liegt. Selbst unser Angebot, uns mit bis zu 5.000 EUR an den Kosten außerhalb unseres Grundstücks auf öffentlichem Verkehrsgrund zu beteiligen, überzeugte die Mainfranken Netze GmbH nicht.

 

In den Verhandlungen über ein Klimaschutzpaket hat die große Koalition heute, am Freitag, 20. September 2019, nach Angaben aus Parteikreisen einen Durchbruch erzielt. Die Spitzen von CDU, CSU und SPD hätten sich auf ein umfangreiches Maßnahmenbündel zur Einhaltung der für 2030 gesetzten Klimaziele verständigt. Wahrscheinlich haben die Damen und Herren Politiker dabei nicht zum Himmel hochgesehen, der am 20. September 2019 vom Flugverkehr wieder einmal richtig versaut wurde. Der Flugverkehr hat ja zum Glück nichts mit dem Klimaschutz zu tun oder doch???
Was soll das für ein Durchbruch sein und was ist das für eine Politik, die es zulässt, dass Gesellschaften, wie die Mainfranken Netze GmbH, heute noch so entscheiden dürfen? Wir sind aufgrund dieser Entscheidung mehr oder weniger gezwungen, unseren Wohnbereich auch weiterhin mit Erdöl zu heizen.

 

Auszüge unseres Schriftverkehrs mit der Mainfranken Netze GmbH

(Namen wurden unkenntlich gemacht)

Von: Artur Schmitt
Gesendet: Montag, 18. März 2019 10:05
An: MFN Info <info(Arts Fotos - Photography by Artur Schmitt)mainfrankennetze.de>
Betreff: Unsere Anfrage vom 29.11.2018 zur Netzversorgung mit Erdgas in 97249 Eisingen

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 29. November 2018 haben wir Ihnen eine Anfrage zur Netzversorgung mit Erdgas mit allen im Antrag geforderten Unterlagen (Lagepläne und Skizzen) für das Anwesen … in 97249 Eisingen, auf dem Postweg zugesandt.

Da wir bis Ende Januar 2019 keine Antwort von Ihnen erhielten, setzten wir uns telefonisch mit Ihnen in Verbindung. Am 31. Januar 2019, 11:30 Uhr, teilte uns Ihr Herr … mit, dass unsere Unterlagen verloren gegangen seien. Er werde uns auf jeden Fall ein Angebot zuschicken.

Da wir bis heute, 18. März 2019, immer noch kein Angebot erhalten habe, schreiben wir Ihnen per E-Mail und fordern Sie hiermit auf, uns innerhalb der nächsten 14 Tage eine Erklärung für Ihr verbraucherunfreundliches Verhalten zu geben (schließlich sind wir ja auch seit 1992 treuer Stromkunde). Ansonsten sehen wir uns gezwungen, diese E-Mail ungefiltert an die Medien mit der Bitte weiterzugeben, zu recherchieren, ob unser Fall ein Einzelfall oder gezielte Praxis ist. Allmählich haben wir nämlich das Gefühl, dass Sie Ihre Monopolstellung missbrauchen und willkürlich rein nach Ihren Geschäftsinteressen vorgehen. Aber auch für Sie gilt: Hochmut kommt vor dem Fall!

Als wir 1992 nach Eisingen gebaut haben, erkundigten wir uns damals bei der Gemeinde Eisingen, wie es mit der Möglichkeit ausschaut, einen Erdgasanschluss zu bekommen. Damals lachte man darüber und erklärte uns, dass es in Eisingen keinen solchen Anschluss geben wird. Jahre später wurde Eisingen erschlossen. Heute, nach fast 27 Jahren, stehen wir erneut vor dem gleichen Problem. Unsere Ölheizung kann vom Alter her jederzeit demnächst ihren Geist aufgeben und die Öltanks sind nun fast leer. Schließlich sind wir ja davon ausgegangen, dass wir von Ihnen bereits letztes Jahr einen positiven Bescheid bekommen. Der nächste Gasschieber liegt ca. 30 Meter von unserer Grundstückgrenze entfernt. Wir fragen uns ohnehin, wieso man seinerzeit auf halbem Weg den Anschluss in unserem Wendehammer unterbrochen hat, ohne uns zu fragen, ob wir künftig planen, Erdgas zu beziehen.

Laut Auskunft der Gemeinde Eisingen haben Sie zuletzt im Oberen Stadtweg in Eisingen ein Haus mit Erdgas erschlossen und dabei Grabarbeiten von rund 150 Metern auf öffentlichem Grund vorgenommen. Also geht es ja anscheinend doch, wenn man nur will.

Mit freundlichen Grüßen

Artur und Margarete Schmitt

 

 

Lesen Sie hier die Antwort auf unsere E-Mail

Von: F. H. <…@mainfrankennetze.de>
Gesendet: Mittwoch, 20. März 2019 16:59
An: Artur Schmitt
Betreff: WG: Unsere Anfrage vom 29.11.2018 zur Netzversorgung mit Erdgas in 97249 Eisingen

Sehr geehrter Herr Schmitt,

vielen Dank für das angenehme Gespräch.

Wie bereits telefonisch besprochen, möchte ich mich noch einmal von ganzen Herzen für unser Verhalten entschuldigen. So etwas darf nicht vorkommen und wir werden diesen Prozess für andere Kunden verbessern.

Ihren Wunsch nach einem Gasanschluss werde ich persönlich mit meinen Kollegen besprechen und Ihnen in den nächsten 14 Tagen Rückmeldung geben.

Ich wünschen Ihnen und Ihrer Frau einen schönen Abend.

Viele Grüße

F. H. 
M. A., B. Eng.
Fachgebietsleiter Netzvertrieb NG-KV

Tel.: 0931 361621, Fax: 0931 361189
Email: …@mainfrankennetze.de
Web: http://www.mainfrankennetze.de

Mainfranken Netze GmbH
Haugerring 6, 97070 Würzburg

 

Innerhalb von 14 Tagen erhielten wir dann schriftlich die Antwort:

Kein Gasanschluss für unser Anwesen, da unrentabel.

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