Neumünster, Grafeneckart und Kiliansdom in Würzburg am 18. Mai 2020

Ihre Einnahmen sind in den vergangenen Wochen vollständig weggebrochen: Seit Mitte März 2020 sind die meisten Kultureinrichtungen in Würzburg geschlossen. Ein Weg zur Normalität und damit wieder zu vollen Häusern und gefüllten Kassen der Kulturbetriebe ist derzeit nicht in Sicht.

Bei einem ersten „Runden Tisch Kultur“ ging es um die Probleme der Kultureinrichtungen, aber auch darum, was Kommunen tun können, um die Kulturszene zu unterstützen. Dieser Runde Tisch fand auf Initiative von Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Würzburgs Kulturreferent Achim Könneke mit der Unterstützung des Stadtrates am Freitag im Rathaus statt. Teilnehmer waren eine Reihe von besonders bedrohten Kultureinrichtungen sowie unterfränkische Landtagsabgeordnete und ein Mitarbeiter des Kultusministeriums.

Die Probleme sind bei fast allen Kulturbetrieben die gleichen: Mit Ausbruch der Pandemie wurden Aufführungen und Konzerte abgesagt, die Einrichtungen selber geschlossen. Damit brachen die Einnahmen weg, während die Fixkosten trotzdem bestehen bleiben. Die gewährte Soforthilfe von Bund und Freistaat wird zur Deckung der Betriebskosten gewährt, die Lebenshaltungskosten muss jeder selbst finanzieren – oder Hartz IV beantragen; so wie Solokünstler, die keine Auftritte mehr geben können.

Mit der schrittweisen Aufhebung des Lockdowns im Juni ist die Notlage der Kulturbetriebe aber noch nicht beendet. Denn durch die geltenden Auflagen kann oft nur ein Bruchteil der bisherigen Zuschauer die Aufführungen besuchen, so dass die meisten Vorführungen nicht kostendeckend sind.

Die Anregungen der Kultureinrichtungen sind deshalb vielfältig. Von der Bitte, die Kulturförderung in diesem Jahr trotz der Zwangspause ausgezahlt zu bekommen, über mehr Planungssicherheit und mehr Flexibilität bei der Öffnung von Kulturbetrieben bis hin zur vollständigen Übernahme der Betriebskosten und Zahlung eines Unternehmergehaltes reichen die Wünsche der Kulturschaffenden.

Die Stadt hat ein starkes Interesse daran, so Kulturreferent Könneke, dass die Kultureinrichtungen in Würzburg weiter existieren. Deshalb gebe es auch die Überlegung, welche Hilfsprogramme Bund, Freistaat und gegebenenfalls auch die Kommune auflegen können, um die Kultureinrichtungen unterstützen zu können. Das Kulturreferat selber hat den Kunstbetrieben die Miete gestundet und mit der digitalen Zugabe eine Plattform für die Künstler geschaffen – inklusive einem Förderprogramm, um Gagen zahlen zu können. Auch einen Kulturinfrastrukturfonds könnte er sich vorstellen, so Könneke.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt sagte den Kultureinrichtungen seine Unterstützung zu. Das Thema soll in der kommenden Sitzung des Kulturbeirates vertieft werden. Anschließend soll sich der Stadtrat mit der Thematik befassen, ob und welche kommunalen Maßnahmen zur Sicherung der kulturellen Infrastruktur in Ergänzung zu den staatlichen Programmen möglich und sinnvoll sein können.

 

Quelle: Stadt Würzburg

Runder Tisch tagt in Würzburg zur Kultur in der Krise
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