Trotz der winterlicher Temperaturen kamen schon am Eröffnungstag viele neugierige Skater zur neuen Bowl auf den Mainwiesen

Skater-Szene in Würzburg freut sich über neue Attraktion

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Die Bowl ist eröffnet

Wisch. Wisch. Wisch. Wieder und wieder wurde die Glättkelle über den noch feuchten Beton geführt. Bei Bedarf wurde etwas Wasser auf die Fläche gegeben. Es dauerte Stunden, bis die organisch geformten Oberflächen der neuen Bowl in den Mainwiesen die optimale Beschaffenheit erhalten haben.

Nur so ist großer Skatespaß garantiert. „Bowl“ ist die englische Bezeichnung für „Schüssel“. Sie hat ihren Ursprung in stillgelegten Swimming-Pools. In den Siebzigern begannen Skater damit, leere Pools zu befahren. Die schüsselförmigen Pools von damals sind heutzutage weitgehend verschwunden. Stattdessen werden in Skateparks oft Bowls angelegt. In den zurückliegenden Tagen wurden in den Mainwiesen noch Restarbeiten realisiert. Die Eröffnung der neuen Bowl erfolgte am 4. Dezember 2020 um 13:30 Uhr durch Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Bürgermeister Martin Heilig.

Skatepark Würzburg (auch: Skatepark Mainwiesen, Skateanlage Mainwiesen oder Skatepark Zellerau) am 2. September 2020
@artusmi 20200902_1300

Die bestehende Skateanlage in den Mainwiesen erfreut sich seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2012 größter Beliebtheit in der Würzburger Skaterszene und weit darüber hinaus. Sie wurde aufgrund der Initiative und des großen Engagements der Würzburger Skater vom damaligen Sozialreferenten Robert Scheller angestoßen. Bereits seit längerem gab es das Bestreben, diesen bestehenden Skatepark „Street“ um einen Bowl zu ergänzen, so wie es in den Planungen des Gartenamtes für eine Gesamtanlage ursprünglich vorgesehen war. Hierzu begannen 2017 erste konkrete städtische Überlegungen. Anfang September 2020 erfolgte der von der Skaterszene lang ersehnte Baubeginn.

Die Planung wurde so konzipiert, dass die neue, ca. 600 m² große Bowl an die bestehende Streetanlage anschließt und damit die Restfläche des ehememaligen Waschplatzes zurückgebaut wurde. Der vorhandene Skatepark wird so ideal ergänzt. Damit verfügt die Stadt Würzburg über beide in der Skaterszene genutzte Typen in einer Gesamtanlage: Zum einen die bewährte Streetarea, in der die öffentliche Straße in Form von Bänken, Bordsteinkanten und Handläufen nachempfunden wird. Zum anderen den Bowlbereich, der vielfältige Skatemöglichkeiten bietet, wie sie sich ansonsten zum Beispiel an den Schrägen von Brückenköpfen, in leeren Swimmingpools oder auch in der Innenstadtarchitektur, an Einfassungen von Beeten und Brunnen, finden.

Die Bowl wurde – wie auch die Streetanlage – an der Fließrichtung des Mains ausgerichtet, so dass keine Barriere entsteht. Zudem wurde die Bowl ca. 70 cm tief in den Boden eingesenkt, um einerseits einen großen Spiel- und Sportwert zu schaffen und andererseits Retentionsraumverluste zu vermeiden. Projektleiter Bernd Rausch: „Durch eine Furt ist weiterhin gewährleistet, dass die Bowl bei sinkendem Hochwasser über den offenen Zugang komplett leerlaufen kann und so keine im Main lebenden Tiere im Restwasser verbleiben können. Die Flusslebewesen werden mit dem sinkenden Hochwasser aus der Bowl geschwemmt.“ Gleichzeitig dient der offene Zugang der Barrierefreiheit des Skateparks.

 

Das Konzept sieht vor, dass verschiedene Schwierigkeitsgrade angeboten werden: Durch die geschlossene und im unteren Bereich flache Form ist es auch Anfängern möglich, erste Übungen zu versuchen. Für die Könner sind im oberen Bereich einzelne Hindernisse vorgesehen, die für Tricks genutzt werden können. Gleiches gilt für die Elemente auf dem Mittelset. Immer haben die Elemente auch einen hohen Sportwert für Könner.

Im Rahmen der Planung, die in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Jugend und Familie sowie dem Skatepark Würzburg e. V. erfolgte, wurden die Wünsche und Bedürfnisse der Würzburger Skater einbezogen, die ihre Ideen in Workshops einbrachten.

Der Skatepark ist mit seinen Nutzungselementen dem öffentlichen Raum nachempfunden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dadurch öffentliche Plätze und das Stadtmobiliar geschont werden. Zudem fügt sich der Skatepark durch seine amorphe Form gut in die Umgebung ein. „Zusammen mit dem vorhandenen Streetskatepark konnte das bereits vor Jahren angedachte Gesamtkonzept des Gartenamtes optimal umgesetzt werden“, freut sich Bürgermeister Martin Heilig.

„Die Bowl ist eine perfekte Erweiterung für den sehr beliebten und vor allem auch stark genutzten Skatepark. Ich freue mich, dass wir diesen Wunsch der Skater so unkompliziert erfüllen konnten und wünsche allen Skatern stets unfallfreien Spaß“, so Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Mit den Planungen der Bowl wurde auch der Baumbestand im unmittelbaren Umfeld untersucht. Von den vier vorhandenen Pappeln waren drei geschädigt bis stark geschädigt und mussten aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Eine Pappel ist noch in gutem Zustand und bleibt erhalten. Für die drei entfallenden Bäume werden vier neue Bäume gepflanzt. In die Bowl hat das Gartenamt insgesamt rund 440.000 € investiert. Davon hat der Skateverein Würzburg e. V. die stattliche Summe von 35.000 € als Spende eingebracht.

 

Trotz der winterlicher Temperaturen kamen schon am Eröffnungstag viele neugierige Skater zur neuen Bowl auf den Mainwiesen
Foto: Georg Wagenbrenner

Bild zur Eröffnung der Bowl

Trotz der winterlicher Temperaturen kamen schon am Eröffnungstag viele neugierige Skater zur neuen Bowl auf den Mainwiesen: Gunther Kunze, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie, Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Bürgermeister Martin Heilig, Robert Scheller, der das Projekt als Sozialreferent und als Kämmerer begleitet hat, und Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob (von links) begutachteten die großzügig geplante Sport-Anlage, die in die Region hinein Anziehungskraft haben dürfte.

 

Quelle: Stadt Würzburg

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