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Natur und Umwelt

Reduzierung der Beleuchtung hilft Tiere schützen

Im Zuge der Umsetzung des erfolgreichen Volksbegehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“ wurde unter anderem das Bayerische Immissionsschutzgesetz angepasst. Demnach dürfen Fassaden öffentlicher Bauten in der Zeit zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung nicht mehr beleuchtet werden – soweit dies mit der öffentlichen Sicherheit vereinbar ist.

Insekten, Fledermäuse & Co schützen durch weniger Beleuchtung in Würzburg

Im Zuge der Umsetzung des erfolgreichen Volksbegehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“ wurde unter anderem das Bayerische Immissionsschutzgesetz angepasst. Demnach dürfen Fassaden öffentlicher Bauten in der Zeit zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung nicht mehr beleuchtet werden – soweit dies mit der öffentlichen Sicherheit vereinbar ist.

Die Vorgaben dienen zum einem generell dem Erhalt von Fledermausquartieren in und an Gebäuden, zum anderen kann das Reduzieren der nächtlichen Beleuchtung einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Insekten und anderer Tierarten leisten. Denn nachtaktive Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angelockt und verenden an der Lichtquelle oder werden dort Opfer von Fressfeinden. Zudem können auch schädliche Verhaltensänderungen ausgelöst und wichtige Wanderbewegungen unterbunden werden.

Den neuen gesetzlichen Regelungen entsprechend wird nun auch die Beleuchtung öffentlicher Bauten in Würzburg angepasst: Neben kleineren Gebäuden werden nun die Fassaden der Festung, des Käppeles sowie des Grafeneckartturms ganzjährig nur noch bis 23 Uhr beleuchtet sein. Die technische Umsetzung läuft bereits und wird in den nächsten Wochen weitgehend abgeschlossen sein. Dom, Residenz und Falkenhaus bleiben aufgrund der Wegesicherheit weiterhin beleuchtet. Zudem werden einige Bodenstrahler – z.B. im Bereich der Bäume am Willy-Brandt-Kai – zunächst probeweise für ein Jahr komplett abgeschaltet.

Umwelt- und Kommunalreferent Wolfgang Kleiner: „Durch die nächtliche Abschaltung setzten wir gesetzliche Regelungen um und wollen gleichzeitig Vorbild sein. Auch mit kleineren Maßnahmen kann jede und jeder einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Der Schutz von Insekten ist dabei eine sehr wichtige Aufgabe, da sie in den Ökosystemen eine zentrale Rolle spielen.“

Die technische Betreuung der öffentlichen Beleuchtung in Würzburg obliegt der Stadtwerke Würzburg AG. Bernd Hammer, der verantwortliche Abteilungsleiter, erläutert: „Auch bei der Modernisierung der rund 17.000 Straßenlaternen, wovon bereits 7.000 umgerüstet sind, achten wir intensiv auf den Natur- und Umweltschutz. Bis etwa zum Jahr 2025 wollen wir die Beleuchtung vollständig auf LED-Technik umstellen. Die zum Einsatz kommenden Leuchten sind in ihrer Lichtfarbe auch in Punkto Insektenschutz deutlich besser als die älteren Leuchtstoffröhren oder Natriumdrucklampen. Auch der Energieverbrauch wird durch diese Umstellung um durchschnittlich 70 Prozent reduziert.“

 

Quelle: Stadt Würzburg


Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern“

(Kurzbezeichnung „Rettet die Bienen!“)

1.745.383 Wahlberechtigte haben sich in Bayern beim Volksbegehren Artenvielfalt eingetragen. Das vorläufige Ergebnis entspricht einer Beteiligung von 18,4 Prozent. Mit einer solch hohen Beteiligung hat niemand gerechnet. Es ist das bislang erfolgreichste Volksbegehren im Freistaat.

Mindestens 10 % der Stimmberechtigten, also rund 950.000 Personen mussten sich innerhalb von 14 Tagen bei den örtlichen Verwaltungen in Listen eintragen, wenn sie das Volksbegehren unterstützen wollten. Die Eintragungsfrist dauerte von Donnerstag, 31. Januar, bis einschließlich Mittwoch, 13. Februar 2019. Stimmberechtigt waren alle, die am Tag der Eintragung auch stimmberechtigt gewesen wären, wenn an dem Tag eine bayerische Landtagswahl stattgefunden hätte.