Gedanken zum und Rückblick auf den ersten Tag in 2019

Feuerwerk in Eisingen am 1. Januar 2018 um 00:01 Uhr

Auch im Jahr 2019 fällt uns das Umdenken offensichtlich schwer

Laut Angaben des Umwelt Bundesamtes ist im ersten Tag des neuen Jahres die Feinstaub-Konzentration in Deutschland vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Zwischen 100 und 150 Millionen Euro jagen die Deutschen zum Jahreswechsel in die Luft. Dabei werden rund 4.500 Tonnen Feinstaub (PM10) frei gesetzt. Diese Menge entspricht in etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge und circa 2,25 Prozent aller PM10-Emissionen (2016). Solche Zahlen sollten uns aufhorchen lassen.

 

Weiter schreibt das Bundesamt:

Wenn Sie zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht beitragen möchten, können Sie Ihr persönliches Feuerwerk einschränken oder sogar ganz darauf verzichten. Das hilft nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt, verursacht weniger Müll und reduziert den Energieaufwand, der bei der Herstellung der Feuerwerkskörper erheblich ist.

 

Diese vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen konnte man bundesweit am 27. Dezember 2018 in den Medien lesen, einen Tag vor dem offiziellen Verkaufsbeginn der Feuerwerkskörper. Die „Negativzahlen“ haben sicherlich bei vielen Menschen zu einem Über- bzw. Umdenken beigetragen. In der Silvesternacht selbst ließ sich das aber nicht bestätigen. Gefühlsmäßig wurde auch beim Jahreswechsel 2018/2019 so viel geböllert wie in den Jahren zuvor.

Jedes Jahr landen Menschen mit Verletzungen durch Feuerwerkskörper in der Notaufnahme, mit Verbrennungen oder Augenverletzungen bis hin zu dauerhaften Hörschäden. In Deutschland erleiden jährlich 8.000 Menschen zu Silvester Verletzungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper. Rund ein Drittel dieser Menschen behält bleibende Schäden, so eine Meldung im Deutschen Ärzteblatt im Jahre 2013.

 

Wir wünschen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2019. Möge die Macht mit uns sein, wenigstens einen kleinen Teil unserer guten Vorsätze in die Tat umzusetzen.

 

 

So begann das Jahr 2019 in und um Würzburg

 

Zahlreiche Einsätze für die unterfränkische Polizei in der Silvesternacht

Ausgelassen, aber insgesamt ohne größere Zwischenfälle verliefen die Silvesterfeiern im Regierungsbezirk Unterfranken. Mit 317 Einsätzen hatte die Polizei zwar einiges zu tun, glücklicherweise gab es aber weder größere Brände noch Sicherheitsstörungen, teilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken in einer ersten Meldung mit.

 

Drei Finger durch Silvesterböller verloren

Der folgenschwerste Einsatz ereignete sich bereits am Freitag, als ein 53-Jähriger im Landkreis Würzburg mehrere Finger durch einen Silvesterböller verlor. Vermutlich war es beim Basteln mit den Böllern zu einer Explosion gekommen. Der Verletzte wurde sofort vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus eingeliefert. Gerade vor der Gefährlichkeit des Herstellens sogenannter Selbstlaborate, also eigenen Knallkörpern, war im Vorfeld intensiv gewarnt worden.

 

Stürze, Brände und handfeste Streitigkeiten

Glimpflich endete die Klettertour eines 19-jährigen Thüringers, der offenbar aus Übermut gegen 00:30 Uhr auf einen Löwen gleichnamiger Brücke in Würzburg kletterte. Er rutschte ab und fiel rücklings auf den Hinterkopf. Mit einer Platzwunde musste er in eine Klinik eingeliefert werden. In Untermerzbach im Landkreis Haßberge ging gegen 03:30 Uhr ein Papiercontainer in Flammen auf. Zu einem Garagenbrand mit einem Sachschaden von rund 20.000 Euro kam es gegen 00:30 Uhr in Wülfershausen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Hier hatte ein Hausbesitzer offensichtlich zu früh abgebranntes Feuerwerk zusammengekehrt und in Müllsäcken in seine Garage gestellt. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern. Insgesamt 22 Körperverletzungsdelikte, bei denen die Beteiligten nicht selten unter Alkoholeinfluss standen, mussten die Ordnungshüter schlichten und aufnehmen.

 

Weniger Verkehrsunfälle, Gesamteinsatzzahlen auf Vorjahresniveau

Positiv zu erwähnen ist die Unfallbilanz der Silvesternacht. Lediglich 19 Mal krachte es auf unterfränkischen Straßen. Ein Insasse wurde leicht verletzt, ansonsten blieb es glücklicherweise bei Blechschäden. Mit insgesamt 317 polizeilichen Einsätzen bewegen sich die Zahlen etwa auf dem Niveau der Vorjahre (2018: 336, 2017: 311). Die unterfränkische Polizei war wie jedes Jahr verstärkt im Einsatz, um der gewohnt arbeitsintensiven Silvesternacht gerecht zu werden. Mit Präsenz auf den Straßen und öffentlichen Plätzen war es auch in diesem Jahr das Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern einen sicheren Start ins neue Jahr zu ermöglichen.

 

 

Die Stadtreiniger in Würzburg ziehen zum Neujahrskehraus Bilanz

Überreste des Silvesterfeuerwerks am 1. Januar 2019
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Die Stadtreiniger haben am heutigen Neujahrsmorgen mit 33 Beschäftigen und 25 Fahrzeugen (darunter 5 Groß- und 7 Kleinkehrmaschinen, 1 Müllfahrzeug, 1 Containerfahrzeug, 1 Radlader, 9 Transporter und 1 PKW) wieder in einem Großeinsatz die „Nachwirkungen“ der Silvesternacht beseitigt.

Bereits um 00:00 Uhr war ein Team mit zehn Beschäftigten der Stadtreiniger mit Kehrmaschinen einsatzbereit, um auf der Löwenbrücke und weiteren Straßen und Plätzen wie z. B. dem Willy-Brandt-Kai und dem Kranenkai die Verkehrssicherheit durch das Beseitigen von Scherben, Raketen und anderem Silvesterhinterlassenschaften wieder herzustellen. Somit konnte bereits zeitnah nach dem Start ins neue Jahr die Löwenbrücke als wichtige Verkehrsverbindung für Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Von 4 Uhr bis 07:50 Uhr befreiten die Stadtreiniger dann mit weiteren 23 Beschäftigen zentrale Bereiche der Stadt vom Partymüll und den Resten des Neujahrsfeuerwerks. Erfreulicherweise wurden sie dabei – wie in den vergangenen Jahren – von rund 30 freiwilligen Helfern der muslimischen Ahmadiyya-Muslim-Jamaat Gemeinde in Würzburg tatkräftig unterstützt.

Die Stadtreiniger haben an Neujahr eine vergleichbare Menge Silvestermüll wie im Vorjahr zusammenkehren müssen. Das etwas höhere Gewicht des Vorjahres lag in der Nässe begründet. Christian Strohalm, Betriebsleiter der Stadtreiniger, zieht Bilanz: „Erfreulich ist, dass die Gesamtmenge des Silvestermülls auf Vorjahresniveau geblieben und nicht gestiegen ist. Unser Lob gilt allen Feiernden, die Ihren Abfall wieder selbst mitgenommen haben“.

Insgesamt mussten 6,4 Tonnen Silvestermüll zusammengekehrt werden (Vorjahr 6,74 Tonnen).

 

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