Von Hexenringen, Wildschweinen und Köhlerbrunnen

Von Hexenringen, Wildschweinen und Köhlerbrunnen

In den vergangenen Tagen zeigte sich der Oktober von seiner schönsten Seite und so konnten wir uns selbst davon überzeugen, dass der warme und feuchte Herbst 2019 zu einer richtigen Pilzschwemme geführt hat. In den Wäldern rund um Eisingen und Waldbrunn gab es kaum einen Quadratmeter, an dem man nicht Exemplare verschiedener Pilzfruchtkörper finden konnte.

 

 

Hexenringe können sehr groß werden

Wir sind keine Pilzsammler und versuchen deshalb auch gar nicht, die Namen der verschiedenen Pilze zu bestimmen. Das überlassen wir lieber den Experten. Während unserer ersten Wanderung sind wir im Buchenrainholz, nördlich von Eisingen liegend, auf ein Rudel Wildschweine mit rund 20 Tieren gestoßen. Die kreuzten so plötzlich und unerwartet unseren Weg, dass fürs Fotografieren keine Zeit blieb. Die Geräusche, die diese Kraftprotze dabei erzeugten, ließen unseren Herzschlag nach oben gehen. Zwei Tage später haben wir in der Nähe einen Hexenring von sehr großem Ausmaß entdeckt. Der Ring hatte einen Durchmesser von über 30 Metern und setzte sich aus mehreren Hundert einzelnen Pilzfruchtkörpern zusammen. Als Hexenringe (auch Feenringe) werden halbrunde oder runde Wuchsbilder von Pilzfruchtkörpern bezeichnet, die dadurch entstehen, dass das Myzel eines Pilzes in alle Richtungen gleich schnell wächst. Die Durchmesser dieser Gebilde können altersabhängig sehr groß werden.

 

Im Herbst blüht doch kein Raps oder doch?

Im Probstforst, nördlich von Waldbrunn, haben wir uns nun endlich einmal den Köhlerbrunnen angeschaut. Oft sind wir in den vergangenen Jahren an der Stelle vorbeigelaufen, ohne dem heutigen Denkmal Aufmerksamkeit zu schenken. Vorher sind wir an einem gelb blühenden Feld vorbeigekommen. Wäre es Frühjahr, dann würde es sich um ein Rapsfeld handeln, aber wir haben Herbst und da blüht kein Raps. Das was da blühte war Ackersenf (Sinapis arvensis). Ackersenf ist daran zu erkennen, dass er einjährig ist. Er wird im Frühling gesät und blüht noch im gleichen Jahr. Später, wenn die Pflanzen verwelkt sind, wird er meist als Gründüngung untergepflügt, so wie hier auf dem Bild. Sollen die Senfpflanzen zur Herstellung von Nahrungsmitteln verwendet werden, werden sie geerntet, wenn die Samen reif sind.

 

 

Der Köhlerbrunnen im Probstforst

Die Abteilung „Köhlerbrunnen“ (oder „Köhlersbrunn“) im ehemaligen Klosterwald verweist auf einen hier früher ansässigen Köhler, der durch Verschwelen von Holz im Kohlenmeiler Holzkohle herstellte. Er hatte sich an dieser Quelle niedergelassen, da Wasser zum täglichen Bedarf und für sein (mittlerweile ausgestorbenes) Handwerk unerlässlich war.
Die Quelle ist jedoch seit mindestens zweihundert Jahren versiegt, da sie auch in älteren topographischen Karten nicht mehr verzeichnet ist. Ein paar Meter daneben waren aber noch bis in die 1970-er Jahre Grundmauerreste der Köhlerhütte vorhanden, bis sie dann dem neuen Wegebau zum Opfer fielen. So erinnerte bis zum Sommer 2003 nur noch eine Erdmulde an diesen eingegangenen Waldbrunnen.
Um dieses Bodendenkmal jedoch vor der gänzlichen Vergessenheit zu bewahren, haben wir den Natursteinkranz ca. ein Meter tief freigelegt und noch über einen Meter aufgemauert. Die Ruhebank soll den Besucher zu einer kleinen Rast an diesem idyllischen Plätzchen einladen.
 
Freundeskreis Waldbrunn Denkmäler – ANNO DOMINI 2004

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