Das Wetter in Deutschland im März 2020

Ein sehr sonniger, milder März mit etwas zu wenig Niederschlag

Der März 2020 verlief in Deutschland insgesamt zu mild und bei weit über dem Durchschnitt liegendem Sonnenschein etwas zu trocken. Zwar schwächte sich die starke Tiefdrucktätigkeit über dem nordatlantisch-europäischen Raum im Vergleich zum Februar deutlich ab, dauerte aber zunächst noch weiter an. So setzte sich die windige, niederschlagsreiche und milde Westlage bis ins zweite Märzdrittel fort. Ab der Monatsmitte bestimmte hoher Luftdruck mit viel Sonnenschein im ganzen Bundesgebiet das Wettergeschehen. Dabei wanderte in der letzten Dekade ein Hochdruckgebiet über Nordeuropa hinweg ostwärts – eine Wetterlage, wie sie im gesamten Winter nicht vorgekommen war. Dadurch gelangte mit starkem Ostwind kalte Luft aus Nordosteuropa nach Deutschland. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen.

 

 

 

Auf zunächst warme Tage folgte ab dem 21. März ein Temperatursturz

Der Temperaturdurchschnitt in Deutschland lag im März mit 5,3 Grad Celsius (°C) um 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,0 Grad. In den ersten beiden Dekaden lag Deutschland meist im Zustrom milder oder warmer Luft aus Südwest bis West. In Garmisch-Partenkirchen kletterte das Quecksilber dabei am 12. auf 22,3 °C – der bundesweit höchste Wert im März 2020. Am 20. ging das warme Frühlingswetter mit einem Temperatursturz jäh zu Ende: Konnte man z.B. in Regensburg am 20. nachmittags noch 20 °C ablesen, so waren es am 21. nur noch 4 °C. An den Folgetagen blieben die Maxima trotz uneingeschränkten Sonnenscheins oft im einstelligen Bereich, nachts traten verbreitet mäßige, vereinzelt sogar starke Fröste auf. Vielerorts wurden nun die tiefsten Werte des ganzen Winterhalbjahres erreicht. Carlsfeld im Erzgebirge meldete am 23. mit -11,4 °C die bundesweit tiefste Temperatur des Monats. Am 27. und 28. wurde es vorübergehend nochmals wärmer.

 

Viel Niederschlag im Schwarzwald, im Osten deutlich trockener

Der März blieb mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um zehn Prozent unter seinem Soll von 57 l/m². Die niederschlagsreiche Witterung, die bereits im Februar begonnen hatte, hielt noch in den ersten beiden Märzwochen an. Vor allem im Schwarzwald erreichten dabei manche Messstellen bis zum 10. bereits ihr Monatssoll. Dort fiel mit teils über 200 l/m² auch der bundesweit meiste Regen und Schnee. Allein am 5. kamen in Utzenfeld nahe dem Feldberg 63,0 l/m² zusammen. Zahlreiche Stationen im Osten meldeten dagegen im ganzen Monat weniger als 20 l/m².

 

Einer der sonnenscheinreichsten Märze seit Messbeginn 1951

Mit etwa 175 Stunden übertraf der März 2020 sein Soll von 111 Stunden um 57 Prozent. Er dürfte damit der viertsonnigste März seit Messbeginn 1951 sein. Am längsten zeigte sich die Sonne an der Nordseeküste und an der Donau mit bis zu 210 Stunden. In Oberfranken und im Allgäu schien sie dagegen örtlich weniger als 150 Stunden.

 

 

Das Wetter in den Bundesländern im März 2020

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: In Schleswig-Holstein lag die Mitteltemperatur bei 5,5 °C (3,2 °C). Der Niederschlag erreichte mit knapp 40 l/m² nur 72 Prozent des Solls (53 l/m²), der Sonnenschein mit mehr als 175 Stunden dagegen 168 Prozent (105 Stunden). Hamburg verzeichnete 5,9 °C (3,9 °C) und etwa 50 l/m² (55 l/m²). Trotz der rund 170 Stunden (101 Stunden) war es ein sonnenscheinarmes Bundesland. Am 30. März lagen im Süden von Schleswig-Holstein bis zu 2 cm Schnee, der ganze Winter war dagegen völlig ohne Schnee geblieben.

Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen meldete 5,9 °C (3,9 °C), knapp 50 l/m² (55 l/m²) und über 170 Sonnenstunden (102 Stunden). Bremen war mit 6,3 °C (4,1 °C) das wärmste und mit fast 185 Stunden, also 180 Prozent des Solls (102 Stunden), das zweitsonnigste Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug knapp 45 l/m² (51 l/m²).

Mecklenburg-Vorpommern: Hier schien die Sonne etwa 175 Stunden (114 Stunden). Mecklenburg-Vorpommern gehörte im März mit etwa 35 l/m² (41 l/m²) zu den niederschlagsarmen und mit 5,1 °C (2,9 °C) zu den vergleichsweise kühleren Bundesländern. Vielfach sanken die Temperaturen im letzten Märzdrittel deutlich tiefer als im ganzen Winter. Dieser war beispielsweise in Ueckermünde nicht kälter als -3,9 °C. Nun wurden am Stettiner Haff am 23. März -6,7 °C gemessen. In Schwerin lag der Schnee am 30. März 2 cm hoch und damit höher als im ganzen Bundesland im Winter 2019/20.

Brandenburg und Berlin: Brandenburg erreichte 5,2 °C (3,5 °C). Es war mit gut 30 l/m² (36 l/m²) das zweittrockenste und mit etwa 180 Stunden (120 Stunden) ein sonniges Bundesland. Berlin kam auf 5,9 °C (4,0 °C), beinahe 180 Sonnenstunden (121 Stunden) und war mit rund 35 l/m² (37 l/m²) ein trockenes Bundesland. In Klettwitz in der Lausitz lag das Minimum am 24. März bei -9 °C, im ganzen Winter zuvor aber nicht tiefer als -5 °C. Auch an den meisten anderen Orten in Berlin und Brandenburg wurden im letzten Märzdrittel die niedrigsten Temperaturen des Winterhalbjahres erreicht.

Sachsen-Anhalt: Hier betrug die Temperatur 5,5 °C (3,7 °C). Sachsen-Anhalt war mit rund 30 l/m² (40 l/m²) das trockenste und mit rund 185 Stunden (109 Stunden) das sonnenscheinreichste Bundesland. Verbreitet lagen die monatlichen Temperaturminima am 23. und 24. unter denen des gesamten Winters 2019/20.

Sachsen: Im März 2020 war Sachsen neben Thüringen mit 4,6 °C (3,1 °C) das kühlste Bundesland. Der Niederschlag erreichte knapp 45 l/m² (47 l/m²) und die Sonne schien etwa 175 Stunden (110 Stunden). Carlsfeld im Erzgebirge war im März der kälteste Ort Deutschlands. Dort sank das Quecksilber am 23. auf -11,4 °C. Sohland, südlich von Bautzen meldete am 23., 24. und 25. sowie am 30. jeweils -10 °C. Damit waren dies die kältesten Nächte des ganzen Winterhalbjahres.

Thüringen: Thüringen war im März 2020 mit 4,6 °C (2,8 °C) neben Sachsen das kühlste Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug rund 55 l/m² (52 l/m²). Obwohl die Sonnenscheindauer mit etwa 170 Stunden auf 160 Prozent des Solls (106 Stunden) kam, war Thüringen das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. Dachwig, nordwestlich von Erfurt, meldete vom 23. bis zum 25. dreimal hintereinander -10 °C. Der Tiefstwert des Winters 2019/20 betrug dort dagegen nur -8 °C.

Nordrhein-Westfalen: Im März 2020 war Nordrhein-Westfalen mit 6,2 °C (4,5 °C) das zweitwärmste und mit etwa 70 l/m² (71 l/m²) das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Die Sonnenscheindauer kam mit annähernd 180 Stunden auf 174 Prozent des Klimawertes (103 Stunden).

Hessen: In Hessen lag die Temperatur bei 5,6 °C (3,7 °C), der Niederschlag bei gut 55 l/m² (62 l/m²) und der Sonnenschein bei nahezu 175 Stunden (107 Stunden). Beim Durchzug einer Kaltfront ging die Temperatur am Nachmittag des 20. von Norden her markant zurück: Kassel meldete um 14 Uhr schon 6 °C, Darmstadt aber noch 17 °C.

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz erreichte im März 5,9 °C (4,2 °C). Es gehörte mit über 65 l/m² (64 l/m²) zu den niederschlagsreichen Bundesländern. Die Sonne zeigte sich aufgerundet 175 Stunden (110 Stunden).

Saarland: Das Saarland präsentierte sich im März 2020 mit 6,1 °C (4,6 °C) als ein mildes, mit etwa 90 l/m² (79 l/m²) als das niederschlagsreichste und mit gut 160 Stunden (114 Stunden) als das sonnenscheinärmste Bundesland.

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg ordnete sich im März mit 5,2 °C (3,6 °C) bei den kühleren, mit beinahe 180 Stunden (117 Stunden) bei den sonnenscheinreichen und mit etwa 65 l/m² (70 l/m²) bei den niederschlagsreichen Bundesländern ein. Der meiste Regen und Schnee fiel im März im Schwarzwald mit örtlich über 200 l/m². Dort meldete auch Utzenfeld am 5. mit 63,0 l/m² die deutschlandweit größte Tagesmenge des Monats.

Bayern: Bayern war im März 2020 mit 4,7 °C (2,9 °C) ein kühles Bundesland. Der Niederschlag summierte sich auf knapp 50 l/m² (62 l/m²) und der Sonnenschein auf über 170 Stunden (119 Stunden). Am 12. kletterte das Quecksilber in Garmisch-Partenkirchen nach einem Minimum von -0,7 °C nachmittags auf 22,3 °C. Dies war gleichzeitig der deutschlandweit höchste Wert im März 2020. Am Nachmittag des 20. kam es zu großen Temperaturunterschieden zwischen Nord- und Südbayern: Während das Thermometer um 15 Uhr in Hof schon 6 °C zeigte, waren es in Regensburg noch 20 °C. Am 21. um 15 Uhr konnte man in Regensburg nur noch 4 °C ablesen.

 


Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten zwei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

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