Steinbruch am alten Schotterwerk in Goßmannsdorf am Main

Das Wetter in Deutschland im Juni 2022

Sommerauftakt mit einem deutlich zu warmen, trockenen und sonnigen Juni

Ohne Zögern startete der Juni 2022 als erster Sommermonat mit Vollgas in die warme Jahreszeit. Es standen aber nicht nur gemächliches Grill- und Badewetter auf dem Fahrplan. Beobachtet wurden auch heftige Gewitter, Starkregenfälle und Hagelschlag, vor allem in den südlichen Regionen Deutschlands, immer wieder auch mit Unwettercharakter.

Die östlichen Regionen erlebten dagegen sengende Hitzetage und eine außergewöhnliche Trockenheit mit folgenschweren Waldbränden. Entsprechend reihte sich der diesjährige Juni als außergewöhnlich warmer, sehr trockener und überaus sonnenscheinreicher Sommermonat in die Klimastatistik ein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen.

Hochsommerlich mit teils extremen Hitzepeaks im Osten

Der Temperaturdurchschnitt lag im Juni 2022 mit 18,4 Grad Celsius (°C) um 3,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung plus 2,0 Grad. Damit ist der Rosenmonat 2022 der sechstwärmste seit Messbeginn. Den wärmsten Juni gab es 2019 mit 19,8 °C. Wer eine frische Brise suchte, war an den Küsten am rechten Platz. Sonst schaukelten die Temperaturen regelmäßig zwischen behaglicher Wärme und lästiger Hitze. Vor allem der Osten meldete brütend heiße Tage mit neuen Junirekorden in Sachsen und Brandenburg. am 19. wurden vom DWD 39,2 °C sowohl in Dresden-Strehlen als auch in Cottbus gemessen. Es waren die höchsten Werte deutschlandweit. Dagegen fühlte sich der nationale Tiefstwert vom 2. mit 1,1 in Gilserberg-Moischeid, 25 km nordöstlich von Marburg, fast „eisig“ an.

Viel Starkregen im Süden, teils extreme Trockenheit in der Mitte und im Osten

Im Juni fiel mit annährend 60 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp ein Drittel weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 mit 85 l/m². Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 20 Prozent. Niederschlagsgebiete gab es insbesondere in den südlichen Bundesländern. Oft tobten dabei schadensreiche Gewitterzellen mit Hagelschlag, Sturm und Platzregen. Die Station Deuerling-Heimberg, westlich von Regensburg, erlebte am 5. mit 82,0 l/m² den bundesweit höchsten Tagesniederschlag. Am nassesten war es auf Monatssicht mit über 200 l/m² an den Alpen. Im Kontrast dazu folgten in den östlichen Regionen Deutschlands auf die langanhaltende Trockenheit Waldbrände und sinkende Wasserstände. Gewitter und Regenfälle konnten zwar zum Monatsende den Wassermangel hier und da etwas lindern. In Teilen Nordbayerns und Thüringens aber blieb es mit weniger als 10 l/m² Juniregen bei den besagten „Tropfen auf den heißen Steinen“.

Sehr sonniger Sommerbeginn

Mit 275 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im Juni ihr Soll von 203 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 35 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung 27 Prozent. In den östlichen Ländern summierte sich die Sonnenscheindauer auf zum Teil über 300 Stunden. Im äußersten Norden waren es etwa 80 Stunden weniger.

Das Wetter in den Bundesländern im Juni 2022

(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Hier war der Juni 2022 mit 19,2 °C (15,1 °C) der drittwärmste seit Messbeginn. Die Oberrheinregion schwitzte mit 11 heißen Tagen (Maxima von ≥ 30,0 °C) am häufigsten. Als Trostpflaster aber gab es regelmäßig Nass von oben. Die Stationen in der Südschwarzwaldregion und in der westlichen Schwäbischen Alb zählten bis zu 22 Tage mit Niederschlag. In der Bilanz war Baden-Württemberg nicht nur ein warmes, sondern wurde auch mit 90 l/m² (107 l/l/m²) zum nassesten Bundesland gekrönt. 280 Stunden (202 Stunden) präsentierte sich die Sonne in der Fläche.

Bayern: Im Freistaat entwickelte sich der Juni 2022 mit 18,9°C (14,9 °C) zum drittwärmsten seit Aufzeichnungsbeginn. Bayern war mit 85 l/m² (112 l/m²) das zweitnasseste Bundesland. Beobachtbar war aber ein erheblicher Niederschlagskontrast: Einem sehr trockenen Nordwesten mit Monatsmengen von weniger etwa 10 l/m² in Unterfranken stand ein starkregenreicher Süden und Südosten gegenüber. Folgenreiche Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagelschlag, wie am 27. am Alpenrand mit 7 cm Korndurchmesser, sorgten dort immer wieder für Schlagzeilen. Die Station Deuerling-Heimberg, 15 km westlich von Regensburg, übermittelte am 5. mit 82,0 l/m² – den deutschlandweit höchsten Tagesniederschlag. An den Alpen erreichten die Monatsmengen über 200 l/m². Die Sonnenscheinausbeute ergab rund 280 Stunden (200 Stunden.)

Berlin: Der Juni 2022 brachte der Bundeshauptstadt eine überwiegend sonnige, warme und niederschlagsarme Witterung. 22 Sommertage wurden gezählt und eine Mitteltemperatur von 20,1 °C (17,1 °C) registriert. Damit war die Spreemetropole die wärmste Region in Deutschland. Zugleich ermittelte der DWD knapp 40 l/m² (70 l/m²) Niederschlag und 280 Sonnenstunden (226 Stunden).

Brandenburg: Der erste meteorologische Sommermonat verlief in Brandenburg mit 19,3 °C (16,5 °C) außergewöhnlich warm und hitzereich. Am 19. wurde es im Süden der Region sogar sengend heiß. Cottbus meldete 39,2 °C und damit einen neuen Junirekord für Brandenburg.
Die Folgen der anhaltenden Niederschlagsarmut waren deutlich: So erreichten Waldbrände bei Beelitz, Landkreis Potsdam-Mittelmark, ein verheerendes Ausmaß. Zwar balancierten in den letzten Monatstagen Gewitter und Starkregenfälle die Wasserarmut ein wenig aus. Dennoch blieb es mit 40 l/m² (64 l/m²) bei einer negativen Niederschlagsbilanz. Brandenburg war neben Sachsen mit 285 Sonnenstunden (225 Stunden) das zweitsonnigste Bundesland und nach Berlin die zweitwärmste Region.

Bremen: Die Freie Hansestadt war im Juni 2022 mit einer Mitteltemperatur von 17,1 °C (15,5 °C) die zweitkühlste Region. Neben 55 l/m² (73 l/m²) Niederschlag schien die Sonne rund 270 Stunden (204 Stunden).

Hamburg: In der Hafenmetropole wurden im Juni eine Temperatur von 17,5 °C (15,7 °C), rund 40 l/m² (70 l/m²) Niederschlag und 280 Stunden (216 Stunden) Sonnenschein ermittelt.

Hessen: Frisch ging es in den Juni 2022. Gilserberg-Moischeid, 25 km nordöstlich von Marburg, erfasste am 2. mit 1,1 °C die bundesweit tiefste Temperatur. Nach diesem „Kaltstart“ nahm der Sommermonat aber einen ungewöhnlich warmen Verlauf und schloss im Mittel mit 18,5 °C (15,2 °C). Die anfangs noch andauernde trockene Witterung ging ab der zweiten Monatshälfte in eine vergleichsweise nasse Phase über. So wurden in der Summe immerhin noch 45 l/m² (80 l/m²) gemessen. Die Junisonne zeigte sich knapp 285 Stunden (192 Stunden.)

Mecklenburg-Vorpommern: Im nordöstlichen Bundesland kam der Juni 2022 auf 17,3 °C (15,4 °C). Damit war Meck-Pomm ein relativ kühles Bundesland. Mit aufgerundet 35 l/m² (63 l/m²) gehörte es darüber hinaus zu den trockenen Gebieten. Nur punktuell brachten Schauer und Gewitter genügend Niederschlag. Die Sonne lachte 275 Stunden (236 Stunden).

Niedersachsen: Niedersachsen erreichte im Juni eine Mitteltemperatur von 17,5 °C (15,4 °C), trockene 40 l/m² (76 l/m²) Niederschlag und eine Sonnenscheindauer von 265 Stunden (200 Stunden).

Nordrhein-Westfalen: Für NRW berechnete der Deutsche Wetterdienst folgende Junibilanz: Bei 17,7 °C (15,4 °C) gab es 65 l/m² (84 l/m²) Niederschlag und überdurchschnittliche 265 Sonnenstunden (184 Stunden).

Rheinland-Pfalz: Mit 18,5 °C (15,3 °C) registrierten die Klimatolog:innen des DWD einen sehr warmen Junimonat. Auch blieb es zu Beginn weitgehend zu trocken. Besonders in den südlichen Regionen machte die Trockenheit den Landwirten zu schaffen. Doch in der letzten Monatsdekade legten die Niederschläge zu, sodass in der Summe 70 l/m² (76 l/m²) festgehalten werden konnten. 270 Stunden (192 Stunden) Sonnenschein wurden gezählt.

Saarland: Der erste meteorologische Sommermonat zeigte sich im Saarland mit 19,0 °C (15,6 °C) von seiner sehr warmen Seite. Dazu blieb es mit 55 l/m² (80 l/m²) Niederschlag sehr trocken. 265 Stunden (205 Stunden) schien die Sonne im zweitsonnenscheinärmsten Bundesland.

Sachsen: Mit 18,8 °C (15,6 °C) geht der Juni 2022 dort als fünftwärmster in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Zeitweise wurde es unerträglich heiß: In Dresden-Strehlen erreichte die Temperatur am 19. mit 39,2 °C – ein neuer sächsischer Junirekord. Extreme Trockenheit führte zu Waldbränden und wegen Niedrigwassers wurde vom Landkreis Nordsachsen sogar die Entnahme von Wasser aus Seen und Flüssen untersagt. Größere Regenmengen kamen dann erst an den letzten Tagen des Monats zusammen. Beispielsweise prasselten am 27. in Deutschneudorf-Brüderwiese, Erzgebirgskreis, 78,4 l/m² vom Himmel. Insgesamt fielen im Land im Mittel 45 l/m² (76 l/m²). Mit 285 Stunden (201 Stunden) war der Freistaat neben Brandenburg das zweitsonnigste Bundesland.

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt erlebte im Juni 2022 einen hochsommerlichen Auftakt in die warme Jahreszeit. In der Fläche stiegen an über 18 Tagen die Höchstwerte auf mindestens 25,0 °C. Am Ende wurde eine Mitteltemperatur von 19,0 °C (16,1 °C) ermittelt. Als zweittrockenstes Bundesland meldete es 30 l/m² (63 l/m²) und triumphierte mit 295 Sonnenstunden (205 Stunden) als sonnigste Region.

Schleswig-Holstein: Das nördlichste Bundesland profitierte im Juni von den angenehmen Seewinden. Folglich positionierte es sich mit einer Temperatur von 16,0 °C (15,0 °C) als kühlste und mit 250 Stunden (225 Stunden) als sonnenscheinärmste Region. 60 l/m² (69 l/m²) Flächenniederschlag wurden erfasst.

Thüringen: Das mitteldeutsche Land meldete mit 18,5 °C (14,9 °C) den viertwärmsten Juni und war mit dürftigen 25 l/m² (78 l/m²) Niederschlag im Länderranking Letztplatzierter. Aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit und der daraus resultierenden niedrigen Pegelstände wurde in einigen Gebieten die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern verboten. Die Sonne schien 280 Stunden (194 Stunden).


Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten zwei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

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