Abnehmender Mond mit randnahem Mare Crisium am 19. Januar 2022

Ein Tag nach dem ersten Vollmond in 2022

Am Dienstag, dem 18. Januar 2022 erreichte der Mond um 00:47 Uhr die Vollmondstellung. An unserem Beobachtungsort in Eisingen war es bewölkt. Vergeblich versuchten wir, den ersten Vollmond des neuen Jahres – auch Wolfsmond genannt – in einer Wolkenlücke zu erhaschen. Tagsüber war es recht windig und es regnete zwischendurch. In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2022 war es immer noch dicht bewölkt. Erst am Morgen des 19. Januar 2022 war es bei -1 Grad wolkenlos und einer Beobachtung stand nichts mehr im Wege.

Während der Aufnahme von 07:05 Uhr stand der noch zu 98,4% beleuchtete abnehmende Mond rund 20° über dem Westhorizont. Seine Entfernung zur Erde betrug 396.528 Kilometer. Das Mare Crisium am rechten Rand zeigte sich randnah. Auf unserem Foto vom 7. Januar 2022 haben wir es randfern abgebildet. Warum ist das so?

 

 

Randnahes und randfernes Mare Crisium aufgrund der Libration

Der Erdmond befindet sich wie fast alle größeren Monde unseres Sonnensystems in einer sog. gebundenen Rotation um die Erde. Während eines Erdumlaufs dreht er sich ein Mal um die eigene Achse. Das ist auch der Grund dafür, dass wir grundsätzlich immer dieselbe Seite des Mondes sehen. Da sich der Mond aber nicht auf einer exakten Kreisbahn mit konstanter Winkelgeschwindigkeit um die Erde bewegt, sondern auf einer elliptischen Bahn, taumelt er etwas hin und her. Deshalb können wir im Verlauf eines Monats bis zu 59% der Mondoberfläche sehen.

 

Smartphone vs. DSLR (Spiegelreflexkamera)

Von Jahr zu Jahr wurden die in den Smartphones verbauten Kameras immer besser. In der Vergangenheit haben wir wiederholt berichtet, dass wir – gerade wenn wir mit dem Fahrrad unterwegs sind – oftmals nur noch das Smartphone dabei haben. Speziell in der Astrofotografie kommt die Smartphonekamera aber sehr schnell an ihre Grenzen. Die Aufnahmen von heute Vormittag machen das deutlich. Das Foto von 08:10 Uhr wurde mit dem Smartphone und die Fotos von 07:05 Uhr und 08:16 Uhr wurden mit der DSLR aufgenommen.

 

 

Das Smartphonebild lässt keine Details der Mondoberfläche erkennen. Der Digitalzoom der Smartphonekamera wirkt sich schon bei der 2-fachen Vergrößerung negativ auf die Qualität aus. Ein nachträgliches Vergrößern mit Bildbearbeitungssoftware würde das Ergebnis merklich verschlechtern. Die DSLR-Aufnahmen von 07:05 Uhr und 08:16 Uhr entstanden mit ein und demselben Objektiv. Einmal mit 60 mm und einmal mit 250 mm Brennweite. Bei unseren Astrofotos arbeiten wir fast ausschließlich mit manueller Einstellung der Kamera und verwenden meistens ein stabiles Fotostativ.

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