Juni 2001 bis Juni 2019

So wie wir uns in diesen 18 Jahren optisch verändert und weiterentwickelt haben, so hat auch die Website Eisingen.de nach insgesamt sieben Zyklen einen beachtlichen Entwicklungsprozess hinter sich gebracht. Am Sonntag, dem 30. Juni 2019 endete dieser Entwicklungsprozess, da sich Artur Schmitt als Webmaster der Gemeinde Eisingen in Unterfranken offiziell verabschiedete. Lesen Sie hier seine Geschichte:

    • Im Juni 2001 ist mir beim Surfen im Internet aufgefallen, dass es über Eisingen in Unterfranken kaum Infos im Web gab. Eine offizielle Website suchte man vergeblich. Die seit vielen Jahren gängige Domain www.eisingen.de hatte damals ein Privater gebunkert und wollte dafür absurde 20.000,- DM. Im Oktober 2001 startete ich den ersten Versuch, für Eisingen eine Internetseite zu erstellen. Am Freitag, dem 14. Dezember 2001 habe ich die kommunale Website während des öffentlichen Teils der Gemeinderatssitzung erstmals den Gemeinderäten vorgestellt.
  • Am Freitag, dem 21. Dezember 2001 gingen wir mit der ersten Version der offiziellen Internetpräsenz der Gemeinde Eisingen online.
  • Das Jahr 2001 war das Jahr, in dem das Telefonieren noch so richtig teuer war und Internet von einigen wenigen per Modem oder bestenfalls ISDN genutzt wurde. Der eine oder andere von uns besaß schon ein Prepaid-Handy und wir mussten uns damit abfinden, dass zum 1. Januar 2002 von D-Mark auf Euro umgestellt wurde. Analoge Fotografie war noch Standard, der Trend zur Digitalfotografie aber bereits unaufhaltsam.
  • Scanner waren damals sehr beliebt und nützlich. In den ersten Monaten meiner Tätigkeit als Webmaster der Gemeinde Eisingen habe ich Fotos noch mit einer analogen Spiegelreflexkamera aufgenommen und die Bilder Tage später nach dem Entwickeln eingescannt und im Schneckentempo hochgeladen. Für heutige Verhältnisse ein umständlicher, nicht mehr praktikabler Arbeitsprozess. Mit dem Kauf der ersten Digitalkamera im Juni 2002 war es dann auch schon vorbei mit der analogen Fotografie.
  • Es war die Zeit der statischen Internetseiten. Bis zum Jahr 2010 habe ich die Website mit all ihren Webseiten mit Microsoft Frontpage am PC erstellt und anschließend hochgeladen. Änderungen konnten ausschließlich auf dem Computer vorgenommen werden, auf dem auch Frontpage installiert war.
  • Ab 2010 habe ich mich erstmals mit dem Content Management System (CMS) Joomla befasst und festgestellt, dass das Arbeiten und Erstellen dynamischer Webseiten mit Joomla wesentlich einfacher und effektiver ist.
  • Am 3. April 2013 wurde Eisingen.de trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gehackt und war für einige Tage nicht mehr aufrufbar. Unser Provider versuchte, uns glauben zu lassen, dass wir unsere Hausaufgaben nicht richtig gemacht hätten. Doch weit gefehlt, der Hackerangriff war nachweislich gegen den Provider gerichtet. Wir und mit uns viele andere Websitebetreiber waren die Leidtragenden.
  • In den Jahren 2014 und 2016 wurden wiederholt Verbesserungen in der Sicherheit (SSL-Verschlüsselung), im Seitenaufbau und am Layout vorgenommen.
  • Mit dem Relaunch am 26. Mai 2018 erfolgte mit der zwischenzeitlich 7. Version der Umstieg auf das CMS WordPress. Zeitgleich wurde die 6. Version mit ihrem kompletten Datenbestand aus dem Netz genommen.
  • Am Samstag, dem 26. Mai 2018 war Eisingen.de seit genau 6.000 Tagen online.
  • Am Freitag, dem 21. Dezember 2018 jährte sich die Veröffentlichung der Website Eisingen.de zum 17. Mal.
  • Am Freitag, dem 1. Februar 2019 wurde ich auf eigenen Wunsch hin nach über 17 Jahren das zweite Mal zu einer Gemeinderatssitzung geladen. Während meines etwa einstündigen Vortrags habe ich der 1. Bürgermeisterin meine Kündigung als Webmaster der Gemeinde Eisingen in Unterfranken übergeben, nachdem sie mich während meines Monologs insgesamt drei Mal unterbrochen hatte.
  • Ab Mitte Mai 2019 hatte ich von heute auf morgen keinen Zugriff mehr auf das Kontrollzentrum der Website beim Provider und somit auch keinen Zugriff mehr auf meine eingestellten Daten und auf die Datenbank der Website. Ohne Zugang zum Kontrollzentrum ist man als Webmaster so gut wie handlungsunfähig. 18 Jahre lang hatte sich die Gemeinde – was die Internetseite betrifft – um nichts geschert. Während dieser Zeit hatten die Verantwortlichen im Rathaus keine Vertretung für mich bestimmt und nicht einmal das Passwort für den Datenzugang war ihnen bekannt. Und nun sollte ich bis Ende Juni 2019 die Website weiter aktualisieren und pflegen, obwohl mir der Zugang verwehrt wurde. Auf Nachfrage bei der 1. Bürgermeisterin wurde mir mitgeteilt, dass dies nur erfolgt sei, um mich zu entlasten. Bei dieser Gelegenheit wurde ich von Frau Engert gefragt, ob ich meine Version von Eisingen.de noch etwa drei Monate nach dem 30. Juni 2019 der Gemeinde zur Verfügung stellen würde. Die Verhandlungen darüber sind aber im Nachhinein kläglich gescheitert. Letztendlich erteilte ich dieser gewünschten Verlängerung eine klare Absage.
  • In der letzten Juniwoche 2019 wurde meine Version von Eisingen.de – ohne mich zu informieren – in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem Netz genommen und durch eine provisorische Mini-Website ersetzt, die folgenden Hinweis trägt: „Um Ihnen die Inhalte unserer Website künftig noch attraktiver und besser strukturiert anbieten zu können, gestalten wir unsere Internetpräsenz neu. Wir bitten Sie daher um etwas Geduld, bis Ihnen alle Informationen wie gewohnt zur Verfügung stehen. Bis dahin kontaktieren Sie uns bei Fragen gerne telefonisch zu den üblichen Öffnungszeiten oder per E-Mail.“ Daraus schlussfolgere ich, dass der 1. Bürgermeisterin meine Version von Eisingen.de weder attraktiv noch gut genug strukturiert gewesen ist.
  • Am Sonntag, dem 30. Juni 2019 endete mein Arbeitsvertrag und damit nach 6.400 Tagen meine nebenberufliche Tätigkeit als Webmaster. Durch meine Arbeit und mein Engagement wurde Eisingen in Unterfranken im Internet bekannt und die Gemeinde Eisingen hat in den vergangenen 18 Jahren rund 200.000,- EUR an Kosten für die Erstellung von insgesamt sieben Versionen von Eisingen.de eingespart. Den Abgang, den man mir dafür serviert hat, kann man mit einem Wort beschreiben, nämlich „schäbig“. Egal, ich bin froh, dass ich gekündigt habe. Die gewonnene Freizeit entschädigt mich jeden Tag für all die Unverschämtheiten, die ich zwischen 2018 und 2019 innerhalb und außerhalb des Rathauses erfahren durfte.
  •  Zwischenzeitlich schreiben wir September 2019 und es gibt – wie bei Frau Engert nicht anders zu erwarten – immer noch keine neue Website Eisingen.de.

 

 

Bilder schreiben Zeitgeschichte ohne große Worte

Erich Günder, der Amtsvorgänger von Bürgermeisterin Ursula Engert, war der Wegbereiter der Website Eisingen.de. Ich habe ihn kennengelernt, als ich ihm im Spätsommer 2001 meinen ersten Entwurf einer Website für Eisingen vorstellen durfte. Wäre er von der Idee eines Internetauftritts für die Gemeinde Eisingen nicht so begeistert gewesen, hätte es zumindest im Jahr 2001 keine Internetpräsenz gegeben. Dank seines Einsatzes kam es am 14. Dezember 2001 zu einem positiven Gemeinderatsbeschluss und so konnte die erste Version der kommunalen Website am 21. Dezember 2001 online gehen. Anfangs wollten wir auf Eisingen.de ein paar Bilder vom Ort hochladen. Bis 2019 wurden es weit über 3.000 Fotos zu verschiedenen Anlässen.

Am 23. August 2019 verstarb unser Altbürgermeister und ehemaliger Kreisrat Erich Günder im Alter von 78 Jahren.

Pressemeldung vom 27. August 2019 lesen…

 

 

Pressemeldung des Landratsamtes Würzburg zum Tod von Erich Günder

Bis zu seiner Wahl 1996 zum 1. Bürgermeister von Eisingen war Erich Günder Mitarbeiter beim Landratsamt Würzburg. Landrat Eberhard Nuß würdigt ihn für seine große Einsatzbereitschaft und seinen absolut zuverlässigen, pflichtbewussten Dienst, den er von 1959 bis 1996 hier erfüllte. Erich Günder war ein kompetenter und zielstrebiger Kollege im Landratsamt, wo er als Sachbearbeiter im Grundstücksverkehr begann. Er wurde Kreiskassenverwalter, dann Leiter der Kreiskasse, später Leiter des Kreisrechnungs-prüfungsamtes und zuletzt Leiter des Büros des Landrats.
Zudem gehörte Erich Günder von 2002 bis 2008 dem Kreistag des Landkreises Würzburg an und engagierte sich als Kreisrat im Umweltausschuss, im Zweckverband Fernwasserversorgung Mittelmain sowie als Aufsichtsrat der Altersheime gGmbH.

Für die langjährige kommunalpolitische Tätigkeit von Erich Günder spricht die Eisinger Bürgermeisterin Ursula Engert ihre Anerkennung aus. Viele Funktionen hat er in dieser Zeit übernommen. Bereits seit 1966 gehörte Erich Günder dem Gemeinderat Eisingen an. Beim Zweckverband Ahlbachgruppe war er ab der Verbandsgründung 1972 bis 2008 Geschäftsführer.

Von 1973 bis 1996 begleitete er in Eisingen das Amt des 2. Bürgermeisters, bis er 1996 zum 1. Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt wurde. In dieser langen Zeit seines politischen Wirkens hat Erich Günder die Entwicklung der Gemeinde Eisingen maßgeblich mitgestaltet.

Für seine Verdienste in der Kommunalpolitik wurde er
1984 mit der Kommunalen Dankurkunde des Innenministers,
1997 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze,
2005 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber und
2008 mit dem Kristallzinnbecher des Landkreises ausgezeichnet.

Die Leukämie-Erkrankung von Erich Günder war 2012 Anlass für Bernhard Lobinger, dem ehemaligen 2. Bürgermeister der Gemeinde Eisingen, eine Stammzellen-Typisierungsaktion ins Leben zu rufen. 350 potentielle Spender konnten mit dieser Aktion gewonnen werden und eine Spendensumme von 28.500 € für die Forschung kam dabei zusammen. So war es auch Wunsch des verstorbenen Altbürgermeisters Erich Günder, dass statt Blumen Spenden für diesen Zweck erfolgen sollen.

Quelle: Landratsamt Würzburg – PM vom 27. August 2019

Das Requiem mit anschließender Urnenbeisetzung fand am Montag, 2. September 2019 um 14:30 Uhr in der St. Nikolaus-Kirche in Eisingen statt.