Förderung zum Erhalt der Klosterkirche in Tückelhausen
Der Ochsenfurter Stadtteil Tückelhausen ist auf der Landkarte leicht zu übersehen. Im Herzen des 260-Seelen-Ortes an der stillgelegten Strecke der früheren Gaubahn liegt jedoch ein kulturelles Erbe von nationaler Bedeutung: Die Klosteranlage der Kartäusermönche zählt heute zu den bedeutenden Bauwerken im Stil der Nachgotik, das Innenleben der Kirche St. Georg zu den Meisterwerken des Würzburger Rokoko.




Das historische Kirchengebäude befindet sich allerdings in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Insbesondere Schäden am Dach führen dazu, dass Regenwasser eindringt und die Bausubstanz angreift. Zusätzlich gefährdet Schädlingsbefall das wertvolle Inventar der Kirche. Seit Jahren bemüht sich die örtliche Kirchenverwaltung um eine Lösung. Nachdem 2024 auch die Politik involviert wurde, kommt Bewegung in die Sache. Landrat Thomas Eberth mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamts Würzburg und die Landtagsabgeordneten Björn Jungbauer und Felix von Zobel machten sich vor Ort ein Bild von den Schäden und versprachen Hilfe.
Die Bayerische Staatsregierung hat nun im Rahmen ihres Nachtragshaushalts für das Jahr 2026 eine Förderung in Höhe von 250.000 Euro zum Erhalt der Klosterkirche in Tückelhausen zugesagt. Mit den Mitteln, die im April im Landtag beschlossen werden sollen, soll vor allem die Dachkonstruktion instandgesetzt werden, um den weiteren Verfall zu stoppen. Die Maßnahmen sollen zugleich ein erster Schritt hin zu einer umfassenden Generalsanierung des gesamten Gebäudekomplexes sein.
Kirche, Museum und Anna-Saal 2025 zum nationalen Kulturerbe erklärt
Bereits 2025 wurde bei einem Ortstermin mit verschiedenen Beteiligten aus Kirchengemeinde, der Diözese Würzburg, der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Würzburg und der Politik der dringende Handlungsbedarf festgestellt. Ziel ist der langfristige Erhalt aber nicht nur des Kirchengebäudes: Direkt an das Kirchenschiff sind außerdem das Kartäusermuseum und der Anna-Saal angegliedert.
Landrat Thomas Eberth: „Es ist wichtig, dass wir dieses Ensemble in Tückelhausen als Kulturerbe von nationaler Bedeutung für die Nachwelt erhalten. Gemeinsam mit der Stadt Ochsenfurt, der Diözese Würzburg und den Menschen in Tückelhausen gilt es jetzt zu überlegen, wie wir Kirche, Museum und Anna-Saal nicht nur erhalten, sondern neues Leben einhauchen.“
Das Kartäuserkloster von Tückelhausen
Die Klosteranlage Tückelhausen wurde 1138 als Prämonstratenser-Doppelkloster gegründet und später von Kartäusermönchen übernommen. Der Kern der Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert, wurde jedoch nach Zerstörungen im Bauernkrieg 1525 und in der Folgezeit umfassend im Stil der Echtergotik erneuert. Ein kunsthistorischer Höhepunkt ist der Rokoko-Hochaltar von Johann Wolfgang van der Auwera mit einem Altarbild von Oswald Onghers. Nach der Säkularisation 1803 endete die klösterliche Nutzung.
Heute befindet sich der Großteil der Anlage im Privatbesitz. Das Kartäusermuseum im Eigentum des Bistums Würzburg informiert über das Leben der Mönche und die Geschichte des Klosters. Die Nutzung der Kirche durch die katholische Kirchengemeinde ist derzeit aus Sicherheitsgründen untersagt. Fachlich gilt die Anlage als eines der bedeutendsten Klosterbauwerke Bayerns und erfüllt die Voraussetzungen für Förderprogramme von nationaler Bedeutung. Aus unterschiedlichen Fördertöpfen sollen nun Museum, Kirche und Anna-Saal revitalisiert werden.
Quelle: Landratsamt Würzburg – PM vom 26.03.2026
