Spektakuläre Polarlichtnacht am 19. Januar 2026 in Mainfranken
In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 2026 konnte man in ganz Deutschland prächtige Polarlichter beobachten. Gegen 22 Uhr meldete sich unsere Polarlicht-App und zeigte für unseren Wohnort Eisingen in Unterfranken einen aktuellen KP-Index von 8,33 und später von 8,67 an. Ich ging vor die Haustür und konnte innerhalb weniger Minuten mit bloßem Auge die ersten Polarlichter Richtung Norden sehen. Wir entschieden uns daraufhin kurzfristig, zu unserem Stammbeobachtungsplatz auf einer Anhöhe bei Eisingen zu fahren. Was sich uns dort bot, war für uns einzigartig.
Ursache
Ein starker Sonnensturm, den die US-Atmosphärenbehörde NOAA (Space Weather Prediction Center) als geomagnetischen Sturm der Stufe G4 (zweithöchste Stufe) eingestuft hat, verursachte die spektakulären Polarlichter, die bis nach Deutschland und zu den Alpen sichtbar waren. Auslöser war ein X1.9 Flare aus der AR 4341. Diese intensiven Nordlichter entstehen durch Sonnenstürme, die geladene Teilchen auf das Erdmagnetfeld lenken und in der Atmosphäre zum Leuchten bringen.
Mögliche Auswirkungen
Neben den visuellen Erscheinungen können Stürme dieser Stärke Satelliten beeinträchtigen und GPS-Systeme beeinflussen.
Rückblick
In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 2024 konnten wir von unserem Garten aus die spektakulärsten Polarlichter beobachten, die wir bis dahin je in unseren Breiten feststellen konnten. In den frühen Morgenstunden des 12. November 2025 konnten wir am gleichen Beobachtungsort ebenfalls Polarlichter am Nordhimmel sehen. Diese waren aber schwächer als die vom Vorjahr.
Unterschiedliche Farben
Polarlichter existieren in vielen verschiedenen Farben und Formen, abhängig von den einfallenden Teilchen und den Atmosphärenteilchen, die durch den Sonnenwind angeregt werden. So führt die Abregung von Stickstoff laut dem DLR zu den selteneren blauen und lila/pinken Polarlichtern. Die am häufigsten beobachteten Polarlichter sind rot und grün. Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt, dass die beiden Farben von unterschiedlichen Atmosphärengasen – Sauerstoff und Stickstoff – stammen. Tatsächlich entstehen aber beide Farben aus der „Abregung“ von atomarem Sauerstoff. Es handelt sich lediglich um zwei verschiedene Zustände.
