Wassermangel in den Kleingewässern zwischen Höchberg und Waldbüttelbrunn
Feststellungen während unserer großen Herbstwanderung 2026
Unsere große Herbstwanderung am 22. Oktober 2026 führte uns im westlichen Landkreis Würzburg von Eisingen aus zu den kleinen Seen, Teichen und Feuchtbiotopen zwischen Höchberg und Waldbüttelbrunn. Den Rückweg haben wir über den Probstforst nach Waldbrunn und von dort aus über das Oberholz zurück nach Eisingen gewählt. Die Gesamtstrecke betrug knapp 21,5 Kilometer. In keinem der Seen konnten wir nennenswerte Wassermengen feststellen. Beim Längsee waren wir verwundert, dass dort umfangreiche Bagger- und Rodungsarbeiten vorgenommen wurden, ohne dass wir darüber etwas in den Medien wahrgenommen haben.
Inhalte dieses Beitrags:
- Animation unserer Wanderung
- Auszug aus dem BayernAtlas
- YouTube Video vom 22. Oktober 2026
- Bildergalerie
- Ergänzende Informationen
Die kleinen Seen, Teiche und Feuchtbiotope bei Höchberg – wie der Bauernsee, der Bollingersee, der Müllersee, der Pfadfindersee, der Schwemmsee oder der Längsee auf Waldbüttelbrunner Gemarkung – sind nicht verschwunden. Den geschützten Feuchtbiotopen und Naturdenkmälern im Wald fehlt es einfach seit Jahren oft an Wasser.
Animation unserer Wanderung

BayernAtlas
YouTube Video
Bildergalerie
Ergänzende Informationen
Woran liegt es, dass man die Kleingewässer und Biotope oft nicht sieht oder sie trocken wirken?
Bei den Naturdenkmälern und Biotopen handelt es sich um flache Kleingewässer und Laichplätze (z. B. für Kröten, Molche und Libellen) mitten im Höchberger und Waldbüttelbrunner Gemeindewald. Da diese kleinen Tümpel und Teiche oft nur von Niederschlägen oder schwachen Quellen gespeist werden, kann der Wasserspiegel gerade in trockenen Sommern nicht nur stark sinken, sondern die Gewässer können zeitweise fast ganz austrocknen. Die Seen und Tümpel liegen oft in versteckter Lage abseits der Hauptstraßen (wie der B 27) in Waldmulden und sind nur über schmale Fuß- oder Waldlehrpfade erreichbar, weshalb sie leicht übersehen werden. Im Gegensatz zu bekannten Freizeitanlagen wie dem Erlabrunner Badesee im nördlichen Landkreis Würzburg, ist das Baden in diesen geschützten Biotopen nicht gestattet.
Rodungsarbeiten am Längsee
Wir haben keine offiziellen Aufzeichnungen oder Medienberichte darüber gefunden, dass der Längsee bei Waldbüttelbrunn ausgebaggert wurde. Unsere Bilder vom 22. Oktober 2026 zeigen aber das Gegenteil. Da es sich bei dem Gewässer um ein geschütztes Naturdenkmal handelt, sind solche massiven baulichen Eingriffe rechtlich streng reglementiert. In den letzten Jahren stand der See ausschließlich aufgrund seines fortschreitenden Wassermangels und des Versiegens der Speisung durch die Moorsquelle im Fokus der Öffentlichkeit. Maßnahmen, wie das Ausbaggern zur Vertiefung, wurden von den zuständigen Behörden oder Naturschutzverbänden laut unseren Recherchen im Internet nicht vermeldet:
Unsere Internet-Recherchen vom 23. Oktober 2026 haben aber zu recht widersprüchlichen Ergebnissen geführt:
Ergebnis I
Der Längsee bei Waldbüttelbrunn (gelegen im Gemeindewald an der Grenze zu Höchberg) ist als Naturdenkmal (ND152) und wichtiges Feuchtbiotop geschützt. Hier sind die wichtigsten Fakten zu aktuellen oder größeren Maßnahmen am See:
- Austrocknung statt Ausbaggerung: In den vergangenen Jahren stand der rund 7.000 Quadratmeter große See vor allem im Fokus, weil er seit dem Versiegen der ursprünglichen Moorsquelle fast ausschließlich auf Schmelz- und Regenwasser angewiesen ist und zunehmend austrocknet.
- Schutzstatus als Naturdenkmal: Da es sich um ein geschütztes Biotop und ein extrem wichtiges Laichgewässer für Amphibien (wie Erdkröten und seltene Springfrösche) handelt, sind klassische, großflächige Ausbaggerungen oder tiefgreifende wirtschaftliche Erdarbeiten gesetzlich stark reguliert bzw. untersagt, um das empfindliche Ökosystem nicht zu zerstören.
- Amphibien-Leitsystem: Bekannter als für Baggerarbeiten ist die Region für ihre Umweltschutzmaßnahmen: Entlang der nahen Bundesstraße 27 gibt es fest installierte Leiteinrichtungen und einen „Krötentunnel“, die wandernde Tiere sicher zum Längsee führen.
Ergebnis II
Der Längsee bei Waldbüttelbrunn wurde im Zuge von gezielten Naturschutzmaßnahmen zur Entschlammung ausgebaggert. Da es sich beim Längsee um ein geschütztes Naturdenkmal handelt, das stark von Verlandung und Nährstoffeintrag (Eutrophierung) bedroht war, war dieser radikale Schritt notwendig, um das Gewässer langfristig zu retten.
Hier sind die Hintergründe zu dieser Maßnahme:
- Rettung vor dem Umkippen: Durch herabfallendes Laub, abgestorbene Pflanzen und Nährstoffe aus der Umgebung hatte sich über die Jahre eine dicke Schlammschicht am Grund gebildet. Ohne das Ausbaggern wäre der flache See komplett verlandet oder im Sommer biologisch gekippt.
- Wiederherstellung des Ökosystems: Das Ausbaggern („Entschlammen“) entfernt diese Nährstoffbombe. Auch wenn der See direkt nach den Arbeiten erst einmal kahl und künstlich wirkt, bietet das tiefere, sauberere Wasser langfristig wieder einen gesunden Lebensraum für Amphibien, Libellen und typische Wasserpflanzen.
- Naturschutzvorgaben: Solche Arbeiten werden unter strengen ökologischen Auflagen – meist im Herbst oder Winter außerhalb der Brut- und Laichzeiten – durchgeführt, um die Tierwelt so wenig wie möglich zu stören.
Die am besten erhaltenen Teile der äußeren Würzburger Landwehr bei Eisingen befinden sich im Lochholz (nördlich des Erbachshofs).
Details zur äußeren Landwehr bei Eisingen:
Die äußere Würzburger Landwehr ist ein spätmittelalterliches Grenzsicherungswerk, das aus einer rund 30 km langen Kombination aus Wall, Graben und einstigen Landtürmen bestand. Im Waldgebiet „Lochholz“ – nordwestlich des Erbachshofs bzw. nahe der Kreisstraße WÜ 12 / Bundesstraße 27 – sind Erd- und Grabenstrukturen als Bodendenkmal erhalten. Nach dem Landwehrverlauf sind heute unter anderem das Gewerbegebiet Landwehr und die Landwehrstraße in Eisingen benannt.
Klimawald Höchberg
Der Klimawald Höchberg liegt südöstlich von Höchberg am Naturpfad nördlich des Weilers Erbachshof, der zur Gemeinde Eisingen gehört. Das Grundstück umfasst eine Fläche von rund fünf Hektar und ist Teil eines etwa 80 Hektar großen Areals, von denen ca. 30 Hektar Wald sind, das der Markt Höchberg im Jahr 2019 von der Südzucker AG erworben hat. Die angrenzenden Waldgebiete „Tiergarten“ und „Spitalholz“ bilden die nördliche und östliche Grenze.
Lebenswäldchen am Lödeberg
In Waldbüttelbrunn gibt es das Projekt „Lebenswäldchen am Lödeberg“, bei dem für Neugeborene der Gemeinde eigene Lebensbäume gepflanzt werden. Die Gemeinde stellt dazu Flächen im Gemeindewald zur Verfügung, um für die neugeborenen Kinder eines Jahrgangs Bäume zu pflanzen. Dies dient als nachhaltiges Symbol für das neue Leben und trägt gleichzeitig zur Renaturierung und zum Klimaschutz bei. Es werden gezielt klimaresistente Baumarten ausgewählt. Bei den vergangenen Aktionen wurden beispielsweise Walnussbäume gepflanzt. Die Pflanzungen finden meist im Rahmen einer gemeinsamen Aktion statt, zu der die Familien oft zusammen mit Großeltern und Geschwistern eingeladen werden, um den Baum selbst in die Erde zu setzen.
































































































