Das Wetter in Deutschland im Dezember 2020
Mit etwa 35 Stunden verfehlte der Sonnenschein sein Soll von 38 Stunden um 10 Prozent. Am häufigsten lachte die Sonne mit über 70 Stunden Richtung Allgäu, in Sachsen sowie in der Niederlausitz.
Alle reden vom Wetter. Es beeinflusst uns nicht unerheblich. Viele Menschen sind wetterfühlig – ein Zeichen, dass sich was ändern könnte. Trotz immer genauerer Wettervorhersagen sind wir vor Überraschungen nicht geschützt. Wetter ist zu komplex, um es genau bestimmen zu können. Bei unseren astronomischen Vorhaben hat uns das Wetter oft schon ein Schnäppchen geschlagen, deshalb behalten wir es stets im Auge und machen das Beste draus.
Mit etwa 35 Stunden verfehlte der Sonnenschein sein Soll von 38 Stunden um 10 Prozent. Am häufigsten lachte die Sonne mit über 70 Stunden Richtung Allgäu, in Sachsen sowie in der Niederlausitz.
Am Morgen des 31. Dezember 2020 gab es um den zwischenzeitlich wieder abnehmenden Mond herum ein sogenanntes Halo in Form eines 22°-Rings. Während unserer Aufnahme von 06:35 Uhr trat als Silvesterbeigabe die Internationale Raumstation (ISS) gerade aus dem Erdschatten.
Leider ergab sich an unserem Standort in Eisingen zwischen dem 17. und 25. Dezember 2020 wetterbedingt keine Möglichkeit, die einzigartige Konstellation von Jupiter und Saturn zu beobachten. Erstmals am Abend des 1. Weihnachtsfeiertags bot sich uns ein klarer Himmel bei leichten Minustemperaturen.
Vor fast genau 40 Jahren, zum Jahreswechsel 1978/1979, rollte eine ungewöhnliche Kältewelle auf Deutschland zu. In der Folge kam es schließlich zu einer Schneekatastrophe, die das öffentliche Leben in Deutschland für Tage lahmlegte und vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Auf unserer Sonderseite zur Großen Konjunktion haben wir schon vor einigen Tagen auf die interessante Konstellation am 17. Dezember 2020 hingewiesen. Am Abend lösten sich an unserem Standort in Eisingen die Wolken allmählich auf und ermöglichten uns eine ausgiebige Beobachtung von Mond, Saturn und Jupiter.
Der November lag mit gut 85 Stunden um 57 Prozent über seinem Soll von 54 Stunden und war damit nach 1989 und 2011 der drittsonnigste seit Messbeginn 1951. Am längsten zeigte sich die Sonne im Allgäu sowie im Südschwarzwald mit örtlich rund 140 Stunden.
Um 08:32 Uhr tritt der noch zunehmende Mond für uns in Deutschland nicht sichtbar in den Halbschatten der Erde ein. In Eisingen ist er nämlich schon um 07:48 Uhr untergegangen. Um 07:40 Uhr haben wir ihn über dem Waldrand bei Waldbrunn im Landkreis Würzburg letztmals gesehen.
In tiefen Lagen wird durch die Klimaerwärmung der Schnee deutlich weniger. In höheren Lagen (oberhalb von etwa 1.500 bis 2.000 Meter) ist auch in den nächsten Jahrzehnten ausreichend Naturschnee für den Wintersport zu erwarten.
Im Oktober lag die Sonnenscheindauer mit fast 70 Stunden deutlich unter ihrem Soll von 109 Stunden. Damit war es der fünftsonnenscheinärmste Oktober seit 1951. Besonders in den westlichen Gebieten schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr.
Der Sonnenschein lag im letzten Sommermonat mit rund 220 Stunden etwa zehn Prozent über dem Soll von 200 Stunden. Am häufigsten zeigte sich die Sonne an den Küsten.